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Schneechaos in der Schweiz – +++ Winterwetter stört den Verkehr +++ Vier Lawinen gehen in Uri nieder +++ SBB rät von Reisen nach Graubünden ab

Die grosse Menge Neuschnee sorgt in der Schweiz für Chaos auf den Strassen und im Bahnverkehr. Wir berichten laufend.
Die grosse Menge Neuschnee sorgt in der Schweiz für Chaos auf den Strassen und im Bahnverkehr. Wir berichten laufend.

Region Goms ist eingeschneit

Das Goms ist eingeschneit: Wegen Lawinengefahr sind die Strassen gesperrt, auch die Züge verkehren nicht mehr. Die Gemeinde Obergoms rechnet mit «mehrfachen grossen spontanen Lawinen».

Video: Tamedia

Das Wichtigste in Kürze:

  • Seit Dienstag gibt es in der Schweiz teils starke Schneefälle.

  • Bis Freitagabend sind in den Nordalpen nochmals verbreitet 50 bis knapp 100 Zentimeter Neuschnee zu erwarten.

  • Im zentralen und östlichen Mittelland ist vielerorts mit 15 bis 30 Zentimeter Schnee zu rechnen.

  • Zu erwargten sind Störungen im Bahnverkehr und Beeinträchtigungen auf der Strasse.

  • Die Lawinengefahr ist akut.

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19:42 Uhr

Wegen heftiger Schneefälle musste der Kanton Schaffhausen seinen Busbetrieb einstellen, wie 20min.ch schreibt. Betroffen seien sämtliche Linien der Verkehrsbetriebe Schaffhausen. Der Ausfall dauere bis auf Weiteres.

Auch in Schaffhausen verkehren momentan keine Busse mehr.

Auch in Schaffhausen verkehren momentan keine Busse mehr.

Foto: Leserreporter 20 Minuten (14. Januar 2021)

18:14 Uhr

Weiterhin gross bleibt die Lawinengefahr in den Schweizer Alpen, und zwar auf der zweithöchsten Stufe 4. Betroffen sind der Alpennordhang ohne Voralpen, das gesamte Wallis, grosse Teile Graubündens und die nördlichsten Gebiete des Tessins. In den übrigen Schweizer Alpen und im Jura besteht erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3), wie das Davoser Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF am Donnerstag warnte.

17:48 Uhr

Der Kanton Uri kämpft gegen die Schneemassen: Bis am Donnerstagnachmittag gingen vier Lawinen nieder. Verletzt wurde niemand. Zudem ist die Gotthardautobahn in Fahrtrichtung Süden für den Schwerverkehr ab Erstfeld gesperrt. Wegen Lawinengefahr zu ist auch die Strecke zwischen Göschenen und Andermatt.

In der Urner Gemeinde Seedorf ging in der Nacht auf Donnerstag kurz nach zwei Uhr bei der sogenannten Fischlauwi eine Lawine bis zur Kantonsstrasse nieder. Diese wurde vier Meter hoch verschüttet, wie die Kantonspolizei Uri mitteilte. Personen oder Gebäude kamen nicht zu Schaden. Die Kantonsstrasse zwischen Seedorf und Bauen, Höhe Bolzbach, bleibt bis auf Weiteres gesperrt.

Eine Lawine verschüttete die Kantonsstrasse zwischen Seedorf und Bauen.

Eine Lawine verschüttete die Kantonsstrasse zwischen Seedorf und Bauen.

Foto: Urs Flüeler (Keystone/14. Januar 2021)

Auch in Bristen kam es zu einem Lawinenniedergang im Bristenlauital. Um 04.38 Uhr ging bei der Polizei die Meldung ein. Zu Schäden an Menschen oder Gebäuden kam es auch hierbei nicht. Ebenso nicht nach den zwei weiteren Lawinen, die im Verlauf des Tages niedergingen: eine im Teiftal sowie eine im Langlauital in der Gemeinde Silenen.

Wegen Lawinengefahr sind die Strecken zwischen Göschenen und Andermatt sowie zwischen Hospental und Realp sowie zahlreiche andere Strassenabschnitte gesperrt.

Weil das Autobahnteilstück zwischen Amsteg und Göschenen schneebedeckt ist, musste der Schwerverkehr auf der Autobahn A2 in Fahrtrichtung Süden im Schwerverkehrszentrum in Erstfeld angehalten werden. Bei der Polizei gingen zudem verschiedene Meldungen zu übergelaufenen Bächen sowie Strassen und kleineren Murgängen ein.

16:48 Uhr

Die Kantonspolizei St. Gallen ist von Mittwochabend bis Donnerstagnachmittag wegen der winterlichen Strassenverhältnisse zu 37 Verkehrsunfällen ausgerückt. Vier Personen wurden leicht verletzt. Auch im Kanton Thurgau sind rund 30 Kollisionen gezählt worden. Eine 33-jährige Frau sei bei einem Unfall zwischen zwei Autos in Güttingen leicht verletzt worden, teilte die Thurgauer Polizei mit.

Bis zum Donnerstagnachmittag zählte die Kantonspolizei Zürich über 80 Verkehrsunfälle, davon acht mit Verletzten. Ausserdem gab es mehr als 50 Verkehrsbehinderungen, etwa durch liegengebliebene Fahrzeuge oder umgestürzte Bäume.

Meist führte unangepasste Fahrweise oder mangelnde Winterausrüstung zu den Unfällen, wie ein Sprecher der Kantonspolizei sagte. Auch der öffentliche Verkehr hatte mit Schnee und glatten Strassen zu kämpfen.

Der starke Schneefall führte in diversen Kantonen zu Unfällen und Verkehrsbehinderungen.

Der starke Schneefall führte in diversen Kantonen zu Unfällen und Verkehrsbehinderungen.

Foto: Gian Ehrenzeller (Keystone/14. Januar 2021)

16:40 Uhr

Der Bahnverkehr zwischen Klosters Platz und Davos Platz ist wegen den starken Schneefalls bis Betriebsschluss unterbrochen. Sämtliche Züge fallen aus, meldet die SBB. Es verkehrt ein Ersatzbus zwischen den beiden Ortschaften. Offenbar ist der Wolfgang noch offen. Die SBB reist generell von Reisen nach Graubünden ab.

16:27 Uhr

Der Winter hat die Schweiz im Griff - so sieht die Bilanz am späteren Donnerstagnachmittag aus. Mehrere Lawinen sind niedergegangen, Menschen und Gebäude blieben dabei jedoch verschont. Der viele Neuschnee unterbrach zahlreiche Verkehrswege. Einige Orte waren nicht mehr via Strasse oder Zug erreichbar.

Meteoschweiz meldete starken und teils anhaltenden Schneefall im Jura und in den Alpen sowie im zentralen und östlichen Flachland. Zusätzlich würden bis Freitagabend in Teilen des Alpennordhanges 50 bis 110 Zentimeter Neuschnee erwartet und in Teilen des östlichen Mittellandes 20 bis 40 Zentimeter.

In Arosa fiel laut Meteonews innert 48 Stunden genau ein Meter Neuschnee. Und es schneit noch weiter.

In Arosa fiel laut Meteonews innert 48 Stunden genau ein Meter Neuschnee. Und es schneit noch weiter.

Foto: Meteonews/Twitter

In den Bergen schneite es bereits in der Nacht auf Donnerstag stark. So kamen etwa in Arosa seit Mittwoch 65 Zentimeter Neuschnee hinzu, wie Meteonews auf Twitter schrieb. Und es schneite kräftig weiter. In Arosa gab es in den vergangenen 40 Jahren nur drei Mal mehr Neuschnee, wie Meteoschweiz auf Twitter zu berichten wusste.

16:11 Uhr

Der EuroAirport Basel-Mülhausen hat am Donnerstagnachmittag wegen heftiger Schneefälle die Landebahn vorübergehend schliessen müssen. Starts und Landungen seien deshalb zurzeit nicht möglich, hiess es auf der Webseite des Flughafens. Die Flugpassagiere wurden gebeten, sich direkt mit ihrer jeweiligen Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen.

14:54 Uhr

Der Bezirk Goms ist derzeit von der Aussenwelt abgeschnitten. Über 4000 Einwohner sind davon betroffen. Wegen Lawinengefahr ist seit Stunden die Strasse von Ober- bis Niederwald gesperrt. Wie es im neusten Lawinenbulletin heisst, ist die Lawinengefahr aufgrund der ungünstigen Altschneeoberfläche und der grossen Menge an Neuschnee sehr hoch.

14:51 Uhr

Die starken Schneefälle erschweren auch die Arbeit der Post-Angestellten. In einigen Regionen der Schweiz muss mit Verspätungen gerechnet werden, wie die Post auf Twitter mitteilt. «Vereinzelt wurden Touren gar eingestellt.»

14:25 Uhr

Die schneebedeckte Autobahn A13 im Kanton Graubünden ist seit Donnerstag 13.30 Uhr Richtung Süden gesperrt. Viasuisse schrieb von einer «prekären Situation». Als Alternative wird die A2 via Gotthardtunnel empfohlen.

Die Sperrung der San-Bernardino-Route A13 erfolgte zwischen Maienfeld und Landquart. Der Abschnitt zwischen Thusis-Süd und Bellinzona-Nord ist zudem für Lastwagen mit Anhänger und Sattelschlepper gesperrt. Ebenfalls für den Schwerverkehr nicht passierbar ist die A2 im Kanton Uri zwischen Erstfeld und Göschenen. Die Lastwagen werden im Warteraum Ripshausen angehalten.

14:08 Uhr

Gemäss Meteonews ist die Luftmassengrenze am Donnerstagmittag mitten über der Schweiz gelegen. Östlich der Linie Basel-Aargau-Luzern ist es winterlich mit Schnee bis in tiefe Lagen, westlich davon liegt die Schneefallgrenze auf 700 bis 1000 Metern.

Im Tessin dagegen sorgt der Nordföhn für 14 Grad, wie es auf Twitter weiter hiess. Meteoschweiz meldete starken und teils anhaltenden Schneefall im Jura und in den Alpen sowie im zentralen und östlichen Flachland.

13:43 Uhr

Das Oberwalliser Dorf Ulrichen ist eingeschneit. Wegen Lawinengefahr sind die Strassen gesperrt, auch die Züge verkehren nicht mehr.

Die Polizei Wallis bestätigt auf Anfrage, dass die Hauptstrassen nach Ulrichen wegen hoher Lawinengefahr gesperrt sind. Aus dem gleichen Grund hat auch die Matterhorn Gotthard Bahn ihre Verbindungen auf der Strecke zwischen Niederwald und Oberwald eingestellt, sagt Sprecher Patrick Fux. «Das Problem ist nicht einmal die Schneemenge, sondern der starke Wind, der zu Schneeverwehungen führt und die Lawinengefahr erhöht.»

Wann und ob die jeweiligen Streckenabschnitte freigegeben werden, entscheiden laut Fux die Behörden vor Ort. «Es ist gut möglich, dass die Strecken auch morgen noch geschlossen bleiben.»

12:29 Uhr

Die Kantonspolizei St. Gallen ist von Mittwochabend bis Donnerstagmorgen aufgrund der winterlichen Strassenverhältnisse wegen über einem Dutzend Verkehrsunfälle ausgerückt. Zudem kam es zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen.

In St. Gallen und Tübach ereignete sich je ein Verkehrsunfall, bei welchen je eine Person leicht verletzt wurde, wie die St. Galler Kantonspolizei mitteilte. Sie wurden von der Rettung ins Spital gebracht.

Autos und Lastwagen, welche im Schnee stecken blieben, musste die Polizei insgesamt 15 Mal zur Hilfe eilen. Ausserdem kam es zu langen Rückstaus auf Autobahnen und Strassen. Eines der liegengebliebenen Fahrzeuge war noch mit Sommerreifen ausgerüstet.

Ursache für die meisten Verkehrsunfälle war laut Polizei das nicht angepasste Fahrverhalten an die schlechten Witterungsbedingungen. Der entstandene Sachschaden dürfte mehrere zehntausend Franken hoch sein.

Nach den starken Schneefällen ereigneten sich auf den Strasse des Kantons St. Gallen mehrere Unfälle.

Nach den starken Schneefällen ereigneten sich auf den Strasse des Kantons St. Gallen mehrere Unfälle.

Foto: Kantonspolizei St.Gallen

11:56 Uhr

Am Flughafen Zürich ist es wegen des anhaltenden Schneefalls am Donnerstagvormittag zu Verspätungen von bis zu etwa 30 Minuten gekommen. Alle drei Pisten mussten noch vor dem Mittag bereits zweimal geräumt werden.

Alle Truppen seien im Einsatz, um die Flugzeuge zu enteisen und die Pisten zu räumen, sagte eine Mediensprecherin des Flughafens gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

11:39 Uhr

Der Bund warnt erneut vor starkem Schneefall. Er hat die Gefahrenstufe für einige Regionen am Alpennordhang von drei auf vier erhöht.

11:20 Uhr

Am Brienzersee im Berner Oberland ging am Donnerstag eine Lawine auf die Kantonsstrasse nieder.

Am Brienzersee im Berner Oberland ging am Donnerstag eine Lawine auf die Kantonsstrasse nieder.

Foto: Bruno Petroni

Die Lawine zwischen Brienz und Oberried am Ufer des Brienzersees im Berner Oberland ist bis auf die Hauptstrasse niedergegangen. Laut Polizeiangaben wurde niemand verschüttet.

Die Meldung zum Lawinenniedergang ging am Donnerstag gegen 9.40 Uhr, sagte Polizeisprecherin Jolanda Egger auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Der Lawinenkegel sei inzwischen von der Rega per Helikopter abgesucht worden. Verschüttet wurde demnach niemand.

Der Lawinenniedergang sorgt auch für Störungen im Bahnverkehr der Zentralbahn zwischen Brienz und Interlaken Ost. Es sei mit Verspätungen und Zugsausfällen zu rechnen, schreibt die Bahn. Laut der Polizeisprecherin wurde der Bahnverkehr aus Sicherheitsgründen unterbrochen.

11:15 Uhr

In der Ostschweiz konnten Lastwagen im Schneechaos nicht weiterfahren und versperrten die Strassen. So zum Beispiel im Kanton St. Gallen auf dem Autobahnzubringer Meggenhus, wo fünf LKW liegen geblieben sind. Sie seien die Steigung nicht hoch gekommen, heisst es bei der Kantonspolizei St. Gallen auf Anfrage.

Bei den Autobahnausfahrten St. Fiden und Kreuzbleiche standen Lastwagen quer. Auch im Kanton Thurgau auf der A7 behinderten liegengebliebene LKWs den Verkehr. Die Räumungsarbeiten sind immer noch im Gang.

Zwei Schneepflüge kämpfen auf der Autobahn A7 im Kanton Thurgau gegen die Schneemassen.

Video: Tamedia

09:36 Uhr

Laut Meteonews wurden am Donnerstagmorgen die Temperaturkontraste auf engem Raum immer ausgeprägter: So gab es in Zürich-Flughafen um 8.30 Uhr 0 Grad und Schnee, in Aarau dagegen bei 4,5 Grad Regen. Meteonews schrieb auf Twitter: «Wirklich eine erstaunlich scharfe Grenze, die sich im Tagesverlauf noch leicht nach Westen verschiebt.»

09:26 Uhr

Wegen der grossen Lawinengefahr stellte die Matterhorn Gotthard Bahn am Donnerstagmorgen den Autoverlad Oberalp zwischen Andermatt UR und Sedrun GR ein, wie es auf Twitter hiess. Aus dem gleichen Grund stellte die Bahn den Betrieb zwischen Niederwald VS und Hospental UR ein. Eine Ersatzbeförderung sei zurzeit nicht möglich.

09:13 Uhr

Meteonews warnt auch vor akuter Lawinengefahr. «Es ist hochgefährlich. Es ist dringend abzuraten ausserhalb der Pisten zu fahren. Allenfalls wird heute die höchste Gefahrenstufe ausgerufen, das kommt nur alle vier bis fünf Jahre vor», sagt Meteorologe Roger Perret gegenüber «20 Minuten».

Gemäss Angaben des Schweizerischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) herrscht im Gebiet vom Walliser Lötschental bis in die Surselva im Kanton Graubünden aktuell grosse Lawinengefahr (Stufe 4), im restlichen Alpenraum sowie im Jura erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3).

SDA

Publiziert heute um 11:36 Uhr

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