Schweizer Cup: FC Basel gegen den FC Sion im St.-Jakob-Park

AboVor FCB gegen Sion –
Balets Faust, Stockers Kopf, Fischers ArmeWenn der FC Basel im Schweizer Cup auf den FC Sion trifft, ist Unterhaltung garantiert. Das zeigt ein Blick zurück.
Basel gegen Sion – das ist vielmals eine umkämpfte Cup-Affiche (wie hier Matias Delgado, links, im Cupfinal 2017 gegen Veroljub Salatic.
Foto: Salvatore Di Nolfi (Keystone)
Am Mittwoch empfängt der FC Basel im Achtelfinal des Schweizer Cups den FC Sion (20.15 Uhr, St.-Jakob-Park, SRF 2). Die sechs letzten Vergleiche der beiden Mannschaften in diesem Wettbewerb hatten es jeweils in sich.
27.2.2019: Die Joker stechen

Albian Ajeti (oben) leitet mit seinem Anschlusstreffer im Tourbillon die Basler Wende ein.
Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)
Das letzte Cupduell zwischen dem FCB und Sion ist eine enge Angelegenheit. Es ist ein packendes Spiel, in dem die Walliser kurz vor Schluss der regulären Spielzeit wie der sichere Sieger aussehen. Doch in der 82. Minute verkürzt der eingewechselte Albian Ajeti auf 1:2, kurz darauf gelingt Luca Zuffi per Elfmeter der Ausgleich.
Es ist – auch abgesehen von Ajeti – die Partie der Einwechselspieler: Zdravko Kuzmanovic, der in der 82. Minute kommt, erlebt einen seiner raren starken Auftritte in seiner zweiten rotblauen Phase. Und in der Verlängerung ist es schliesslich ein anderer Einwechselspieler, der diesen Viertelfinal mit seinen beiden Toren entscheidet: Valentin Stocker.
Trainer bei den Wallisern ist übrigens Murat Yakin, der auch in diesem Spiel keinen Stein auf dem anderen lässt und seine Mannschaft in komplett neuer Formation und anderer taktischer Ausrichtung als gewöhnlich auflaufen lässt. Die Rechnung geht nicht auf. Anders der FCB, der im Halbfinal Zürich und im Endspiel Thun bezwingt. Es ist dies bis heute der letzte Titel des FC Basel.
FC Sion - FC Basel 2:4 n. V. (2:2, 0:0)
Tore: 71. Morgado (Lenjani) 1:0. 79. Grgic 2:0. 82. Ajeti (Frei) 2:1. 88. Zuffi (Foulpenalty) 2:2. 102. Stocker 2:3. 122. Stocker 2:4.
FC Basel: Omlin; Widmer (82. Kuzmanovic), Suchy, Balanta (109. Kaiser), Petretta; Xhaka, Frei; Okafor, Zuffi, Bua (30. Stocker); Van Wolfswinkel (32. Ajeti).
25.5.2017: Das letzte Double

Ein totaler ausgelassener FCB – und eine Champagnerdusche für Bundesrat Guy Parmelin nach dem Cupsieg 2017.
Foto: Cyril Zingaro (Keyystone)
Der FC Basel beendet einen Mythos. Im Mai 2017 gelingt es dem FCB, dem FC Sion die erste Niederlage in einem Cupfinal zuzufügen. Gleichzeitig revanchiert sich Basel für die Endspiel-Niederlagen 1982 und 2015. Das Spannungsgefühl dieser Partie ist überschaubar. Rotblau ist klar überlegen, beeindruckt mit Taulant Xhaka, aber auch einem grätschenden Luca Zuffi mit seinem Biss in den Zweikämpfen – und gewinnt schliesslich klar 3:0.
Für den FCB ist es nach zuletzt drei Cupfinal-Niederlagen ein wertvoller Triumph. Auch weil er mit dem Ende der Ära Heusler/Heitz einhergeht – und natürlich auch mit dem Aus von Urs Fischer als FCB-Trainer. Nach dem Sieg im Stade de Genève reckt Fischer seine Arme in die Höhe und tritt mit dem Double ab; etwas, das zuletzt Heiko Vogel in der Saison 2011/2012 gelungen ist. Wenige Tage später darf sich die Mannschaft bei einem einzigartigen FCB-Fest in der Stadt von der Bevölkerung feiern lassen. Zehntausende lassen ihre Helden der Gegenwart und Vergangenheit am Strassenrand hochleben.
FC Basel - FC Sion 3:0 (0:0)
Tore: 47. Delgado (Doumbia) 1:0. 62. Traoré (Steffen) 2:0. 89. Lang (Janko) 3:0.
FC Basel: Vaclik; Lang, Suchy, Akanji, Traoré; Xhaka, Zuffi (93. Fransson); Elyounoussi, Delgado (81. Serey Die), Steffen; Doumbia (88. Janko).
13.12.2015: Das verpasste Saisonziel

Der Altmeister verschiesst: Der Penalty von Walter Samuel landet im Dezember 2015 an der Querlatte.
Foto: Laurent Gilliéron (Keystone)
Nach dem Cupfinal im Mai ist dieser Viertelfinal das zweite Aufeinandertreffen von Sion und Basel in diesem Wettbewerb im Kalenderjahr 2015. Auch diesmal geht der Sieg ins Wallis, wobei die Angelegenheit um einiges knapper ist als ein paar Monate zuvor. Der Mann mit dem klingenden Namen Pa Modou Jagne ist es, der am Ende für den Walliser Sieg steht: Erst bringt der Gambier das auch damals von Didier Tholot gecoachte Sion in Führung, und schliesslich verwertet er den entscheidenden Versuch im Penaltyschiessen.
Zuvor liefern sich die beiden Teams einen Abnutzungskampf, in dem der FCB – wie 2019 – in den Schlussminuten einen 2-Tore-Rückstand aufholt. Doch die Walliser, die zu diesem Zeitpunkt in der Super League 21 Zähler weniger als der FCB auf dem Konto haben, sind besser und verdienen sich das Weiterkommen.
Basel verpasst damit – nach dem Nicht-Erreichen der Champions-League-Gruppenphase – ein weiteres Saisonziel.
FC Sion - FC Basel 6:5 n.P. (2:2, 2:2)
Tore: 37. Pa Modou (Lacroix) 1:0. 66. Assifuah (Kouassi) 2:0. 79. Elneny 2:1. 89. Janko (Foulpenalty) 2:2. - Penaltyschiessen: Elneny 0:1, Bia 1:1; Janko 1:2, Ziegler verschiesst (Latte); Bjarnason verschiesst, Salatic 2:2; Samuel verschiesst (Latte), Carlitos 3:2; Callà 3:3, Pa Modou 4:3.
FC Basel: Salvi; Xhaka (34. Samuel), Lang, Suchy, Safari; Elneny, Zuffi (72. Callà); Embolo, Delgado (69. Ajeti), Bjarnason; Janko.
7.6.2015: Sion-Heimspiel im Joggeli

Ein bitterer Nachmittag bei seinem Abschied: Marco Streller.
Foto: Daniela Frutiger (Freshfocus)
Der FC Basel hat in diesem Cupfinal gefühlt bereits keine Chance, bevor die Partie überhaupt angepfiffen ist. Der St.-Jakob-Park ist fest in Walliser Hand. Die Sion-Fans sind in der Basler Heimstätte klar in Überzahl und peitschen ihre Lieblinge lautstark nach vorne. FCB-Trainer Paulo Sousa findet mit seiner Mannschaft kein Rezept gegen die überlegenen Walliser. Und besonders bitter ist dieser Nachmittag für Marco Streller. In seinem allerletzten Spiel für den FCB ist der Angreifer gegen Gegenspieler Léo Lacroix so chancenlos wie der Rest seiner Farben gegen die Walliser. Zur grossen Streller-Abschiedssause inklusive Gold- und Silberkübel auf dem Casino-Balkon am Barfi kommts deshalb nicht.
Zweieinhalb Jahre später kreuzen sich die Wege von Streller und Lacroix erneut: Am letzten Tag des Winter-Transferfensters engagiert Sportchef Streller Verteidiger Lacroix beim FC Basel …
FC Basel - FC Sion 0:3 (0:1)
Tore: 18. Konaté (Carlitos) 0:1. 50. Edimilson Fernandes (Carlitos) 0:2. 60. Carlitos (Zverotic) 0:3.
FC Basel: Vailati; Xhaka (74. Delgado), Schär, Suchy, Traoré; Frei; Gashi, Elneny, Zuffi, Callà (53. Hamoudi); Streller (75. Ajeti).
17.4.2013: Stocker richtets

Entscheidet das Cup-Gastspiel 2013 im Wallis: Valentin Stocker.
Foto: Jean-Christophe Bott (Keystone)
Erstmals seit 31 Jahren und einem verlorenen Cupfinal trifft der FCB im Pokal wieder auf Sion. Dabei reicht den Baslern ein Kopfballtor von Valentin Stocker im Frühling 2013 für den Einzug in den 18. Cupfinal der Vereinsgeschichte. In diesem unterliegt Rotblau am Pfingstmontag jedoch dem Grasshopper Club aus Zürich.
Die Aufgabe im Wallis erledigt Murat Yakins Team jedoch mit Bravour. Yakin gelingt exakt ein Jahr nach dem 1:0-Sieg mit dem FC Luzern in Sion das gleiche Resultat und somit der zweite Cupfinal-Einzug en suite als Trainer. Auch mit dem FCB macht der heutige Nationaltrainer im Tourbillon alles richtig. Selbst der Stau auf der Hinfahrt und das Eintreffen im Stadion erst eine Stunde vor Anpfiff bringen Yakin und den FCB nicht aus dem Tritt.
FC Sion - FC Basel 0:1 (0:0)
Tor: 73. Stocker (Streller) 0:1.
FC Basel: Sommer; Ph. Degen, Schär, Dragovic (46. Sauro), Voser (61. Cabral); F. Frei; Elneny, Serey Die; Salah (91. Diaz), Streller, Stocker.
31.5.1982: Balets Faustschlag

Die spielentscheidende Szene: Alain Balet trifft erst FCB-Spieler Beat Sutter (am Boden) und danach ins Basler Tor.
Foto: Keystone
Der Cupfinal 1982 zwischen dem FC Basel und dem FC Sion ist eng mit den Namen Beat Sutter und Alain Balet verbunden. Dem einzigen Tor durch Balet geht ein rüder Faustschlag des Walliser Verteidigers ins Gesicht von Basels Stürmer Sutter voraus. Geahndet wird dieses unfaire Einsteigen, das letztlich das Spiel entscheidet, nicht.
Sutter bleibt nach diesem Duell bewusstlos am Boden liegen, an das Tor kann sich der Gelterkinder bis heute nicht erinnern. Als der Baselbieter später im Dress von Neuchâtel Xamax wieder auf Sion und Balet trifft, ist das erste Wiedersehen nach dem Cupfinal 1982 ein besonderes: Hinter dem Rücken des Trainers wechselt Sutter die Seite mit Sturmpartner Bruno Graf – damit der Oberbaselbieter nicht Balet als Gegenspieler hat …
FC Basel - FC Sion 0:1 (0:1)
Tor: 21. Balet 0:1.
FC Basel: Küng; Demarmels, Duvernois (68. Hasler), Geisser, Maradan, Stohler; Jeitziner, Lüthi (68. S. Ceccaroni), von Wartburg, Maissen; Sutter.
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