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Schweizer Cup: Der FC Black Stars kann Historisches schaffen

Schweizer Cup Der FC Black Stars kann Historisches schaffen
Die Fussballer des Basler Erstligisten treffen in der zweiten Hauptrunde des Schweizer Cups auf das gleichklassige La Chaux-de-Fonds. Ein Weiterkommen wäre für den Verein ein Novum.
Der FC Black Stars kann Historisches schaffen Die Fussballer des Basler Erstligisten treffen in der zweiten Hauptrunde des Schweizer Cups auf das gleichklassige La Chaux-de-Fonds. Ein Weiterkommen wäre für den Verein ein Novum.
Dominic Willimann
Publiziert: 15.09.2023, 13:13

Black-Stars-Trainer Matthias Maeder (in Blau) steht ein nächstes Cupspiel bevor.

Foto: Lucia Hunziker (Tamedia)

Peter Faé ist seit Jahrzehnten im Fussballgeschäft dabei. Und der Vorsitzende der Geschäftsleitung des FC Black Stars hat auch schon manche Partie im Schweizer Cup erlebt. Faé kann einige Geschichten erzählen, wenn es um den zweitwichtigsten Wettbewerb im Schweizer Fussball geht.

Etwa, dass die Black Stars in den letzten elf Jahren dreimal den FC Zürich als Gegner zugelost bekamen – und dabei sich stets von ihrer Sahneseite verkauften und nur knapp verloren. Oder dass die Widersacher einst auch St. Gallen oder Lugano hiessen.

Ist der Gegner aus einer der zwei höchsten Ligen der Schweiz, gewinnt automatisch auch die Sicherheitsfrage an Bedeutung. Kann auf dem heimischen Sportplatz Buschweilerhof gespielt (Kapazität rund 1500 Besucher) oder muss in ein Stadion ausgewichen werden? So, wie dies in der ersten Hauptrunde im August der VfR Kleinhüningen (3. Liga) gegen Neuchâtel Xamax (Challenge League) tun musste. Die Kleinbasler dislozierten auf die Schützenmatte.

Gegen den FCZ im Joggeli

Das Stadion am Wielandplatz war auch schon Schweizer-Cup-Spielstätte der Black Stars, als der Gegner FCZ hiess. Beim ersten Aufeinandertreffen der zwei Teams musste «Black» gar in den St.-Jakob-Park ausweichen. In ein Stadion, das zwar sicherheitstechnisch alle Kriterien erfüllt, weil die Polizei die Partie als «Hochrisiko-Spiel» einstufte. In ein Stadion aber auch, in dem bei ein paar Tausend Besuchern kaum Stimmung aufkommt.

Peter Faé (rechts) mit dem ehemaligen RTV-Basel-Präsidenten Alex Ebi beim Cupspiel 2014 zwischen dem FC Black Stars und dem FC Zürich auf der Schützenmatte.

Peter Faé (rechts) mit dem ehemaligen RTV-Basel-Präsidenten Alex Ebi beim Cupspiel 2014 zwischen dem FC Black Stars und dem FC Zürich auf der Schützenmatte.

Foto: Lucian Hunziker

Solche Ausweich-Szenarien muss Faé aktuell nicht berücksichtigen. Die Mannschaft, gegen welche die neben dem FC Basel letzte in diesem Wettbewerb verbliebene regionale Equipe antreten muss, heisst La Chaux-de-Fonds (Samstag, 17.30 Uhr, Buschweilerhof). Die Neuenburger spielen wie die Black Stars in der 1. Liga. Nach dem Auftakt auswärts beim FC Courtételle kann sich die Mannschaft von Trainer Matthias Maeder erneut mit einem gleichklassigen Team messen.

Für Faé ist der Aufwand dieses Spiels deshalb vergleichbar mit demjenigen eines Meisterschaftsspiels. Auch, weil die Attraktivität dieses Loses überschaubar ist und mit den üblichen paar Hundert Zuschauern gerechnet wird.

Interessant wird es für die Basler erst, sollten sie auch diese Hürde nehmen. In der jüngeren Vergangenheit sei «Black» nie über die zweite Runde im Cup hinausgekommen. Eine Achtelfinal-Qualifikation wäre ein grosser Erfolg, etwas Historisches für den Quartierclub.

Auch finanziell würde in diesem Fall etwas für die Vereinskasse übrig bleiben. Dank des neuen Entschädigungsmodells des Schweizerischen Fussballverbands (SFV) hat «Black» für das Erreichen der ersten zwei Cuprunden bislang 5000 Franken vom SFV bekommen. Ebenso sind die Match- und Catering-Einnahmen vom La-Chaux-de-Fonds-Spiel vollumfänglich für die Black Stars bestimmt. Allerdings muss der Gastgeber im Gegenzug die Kosten für das Schiedsrichter-Trio übernehmen.

Der Weg in den Viertelfinal

Ein Weiterkommen würde den Baslern fix weitere 4000 Franken garantieren. Und bei einem attraktiven Los darf mit einem hohen Ticketing- und Catering-Umsatz gerechnet werden. Doch Faé relativiert. Er weiss zu gut, dass nicht jeder Super-League-Vertreter in dieser Hinsicht für einen Unterklassigen «das grosse Los» ist. Faé sagt: «Die Stadion- und Sicherheitskosten sind manchmal derart hoch, dass sich kaum Geld verdienen lässt.»

Deshalb hat Faé schlicht einen Wunsch, sollten seine Farben am Samstag reüssieren: Dass der nächste Gegner FC Basel oder BSC Young Boys heisst. Im Gegensatz zu anderen regionalen Amateuren hat «Black» noch nie den FCB zugelost bekommen. «Auch wenn wir dann wohl ins Joggeli spielen gehen müssten, wäre das ein toller Gegner.» Es sei natürlich auch der Traum eines jeden im Kader der 1. Mannschaft, gegen Rotblau antreten zu dürfen, erzählt Faé.

Allerdings gibt es auch noch ein anderes Szenario, mit dem sich der «Mann für alles» beim FC Black Stars auseinandergesetzt hat. Weil in der zweiten Hauptrunde mit Greifensee und Onex zwei Zweitligisten gegeneinander antreten, wäre es auch möglich, in der nächsten Runde einen dieser beiden Unterklassigen zugelost zu bekommen. Was heisst, dass die Tür zum Viertelfinal weit offen stünde – und weitere 10'000 Franken vom SFV sowie ein attraktiver Gegner sicher wären. Oder wie Faé sagt: «Dann würde es sich finanziell für uns sehr lohnen.»

Mehr zum Amateurfussball
Fussball-Podcast: «Die dritte Halbzeit»
Dominic Willimann ist seit 2007 Sport-Redaktor der BaZ und kennt den regionalen Sport aus dem Effeff. Ebenso ist er mit den Geschehnissen rund um den FC Basel vertraut und hat seit 2007 kein Eidgenössisches Schwingfest verpasst. Mehr Infos

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