Der FC Basel verliert im Schweizer Cup nach Penaltyschiessen ...

Schweizer Cup
Vermaledeite Saison ohne Kirsche: Nach dem Penalty-Drama gegen Lugano verpasst der FC Basel aus das letzte ZielErst rettet ein Doppelpack von Thierno Barry den FC Basel im Viertelfinale des Schweizer Cups gegen Lugano kurz vor Schluss noch in die Verlängerung, doch dann patzen ausgerechnet die Arrivierten.
Hier sah es kurz nach Wende aus: Thierno Barry trifft per Kopf zum 2:2 und rettet den FC Basel so kurz vor Schluss per Doppelpack in die Verlängerung.
Bild: Georgios Kefalas / Keystone
Bis zur 81. Minute ist der FC Basel sang- und klanglos aus dem Schweizer Cup ausgeschieden. Doch dann schlagen die zwei Minuten des Thierno Barry. Erst trifft der zur Pause eingewechselte Publikumsliebling nach einem Ballgewinn und Rush von Fabian Frei mit einem platzierten Schuss aus 18 Metern ins kurze Eck zum 1:2. Handgestoppte 116 Sekunden später kann Lugano-Keeper Amir Saipi Barrys Kopfball nach einer Beney-Flanke auf den zweiten Pfosten nur noch an den Innenpfosten lenken, von wo aus er zum 2:2 ins Netz trudelt. Barry macht den Granit-Xhaka-Verletzungsjubel von Freitag und das Joggeli erumpiert. Kurz darauf hat es der FCB geschafft, ein Spiel mit nur drei Schüssen aufs gegnerische Tor und trotz frühem 0:2-Rückstand noch in die Verlängerung zu retten. Aber von vorne:
FCB-Trainer Fabio Celestini (zwei Cupsiege als Spieler, einen als Trainer mit Luzern) und sein Ex-Assistent Mattia Croci-Torti (Cupsieger und Finalist der letzten beiden Jahre) hatten den Cup im Vorfeld beide zu ihrem Lieblingswettbewerb erkoren, der zudem in dieser Saison für beide Klubs der einfachste Weg nach Europa ist, für den FCB womöglich der einzige.
Das Telegramm
FC Basel - FC Lugano 5:6 n.P. (2:2, 2:2, 0:2)
St. Jakob-Park. – 17 975 Zuschauende. – SR: Luca Cibelli. – Tore: 6. Celar (Mamoud) 0:1, 15. Celar (Foulpenalty) 0:2, 81. Barry (Frei) 1:2, 83. Barry (Beney) 2:2. – Penaltyschiessen: Veiga 3:2, Valenzuela 3:3, Frei verschiesst, Vladi 3:4, Jovanovic 4:4, Sabbatini 4:5, Barry 5:5, Mahou 5:6, Schmid verschiesst.
Basel: Hitz; Vouilloz, Barisic, Frei, Schmid; Kacuri (46. Veiga), Avdullahu; Dräger (60. Jovanovic), Sigua (46. Malone), Kade (74. Beney); Ajeti (46. Barry).
Lugano: Saipi; Cimignani (106. Espinoza), Mai (46. El Wafi), Hajrizi, Hajdari, Valenzuela; Macek (72. Bislimi), Sabbatini, Bottani (60. Mahou), Mamoud; Celar (72. Vladi).
Bemerkungen: Basel ohne Kolloli, van Breemen, Comas, Lopez, Hunziker, Essiam, de Mol (verletzt), Lang, Demir, Augustin, Akahomen, Adjetey, Junior Zé (ohne Aufgebot). – Lugano ohne Grgic (gesperrt), Steffen, Aliseda, Doumbia, Marques, Babic (verletzt). – Verwarnungen: 13. Barisic (Foul), 25.Hajdari (Foul), 27. Schmid (Foul), 28. Sigua (Foul), 47. Mahmoud (Foul), 53. Hajrizi (Zeitspiel), 70. Sabbatini (Foul), 90.+2 Vouilloz (Foul), 113. Avdullahu (Foul), 117. Beney (Foul).
Das in solchen K.o.-Spielen obligate Abtasten dauert nur fünf Minuten. Nach einem mustergültigen Schnittstellenpass von Milton Valenzuela eröffnet Zan Celar frei vor Marwin Hitz mit einem überlegten aber nicht unhaltbaren Schuss ins lange Eck den Skore. Und schon in der 13. Minute ist Celar nach einer ähnlichen Szene wieder alleine durch und wird von Dominik Schmid und Adrian Barisic am Fünfmeterraum per Doppelgrätsche am Abschluss gehindert. Schiedsrichter Luca Cibelli und VAR Sven Wolfensberger entscheiden, obwohl zumindest Schmid auch den Ball berührt und Celar erst dann über Barisics Beine stolpert, auf Elfmeter. Und den verwandelt der Gefoulte vor der pfeifenden Muttenzerkurve in Lewandowski-Manier eiskalt zum 2:0.
Celestini korrigiert seine Fehler zur Pause
Der FCB kann dagegen beim Startelfdebüt des offenbar nicht mehr ganz so unfitten aber immer noch unscheinbaren Rückkehrers Albian Ajeti offensiv lange gar keine Akzente setzen. Missverständnisse prägen die Angriffsbemühungen eines defensiv aufgestellten Teams (ohne Veiga, Gauto oder Barry), dessen Matchplan schon nach einer Viertelstunde von effektiven Luganesi über den Haufen geworfen wurde.
Dass Celestini mit einem wie schon am Samstag in Yverdon neuerlich jugendlichen Zentrum und einem sich auf Formsuche befindenden Ajeti gegen abgezockte Luganesi aufstellungstechnisch nicht richtig lag, erkannte auch er. Denn zu Wiederbeginn ersetzen Renato Veiga, Thierno Barry und Maurice Malone Ajeti, Dion Kacuri und Gabriel Sigua. Doch die personellen Korrekturen bewirken zunächst ebenso wenig wie die Umstellung nach 60 Minuten auf ein 4-4-2-System. Saipi muss erst in der 64. Minute einen Kopfball des kurz zuvor eingewechselten Djordje Jovanovic und damit den ersten Abschluss auf sein Tor parieren. Doch dann rettet Barry wie eingangs erwähnt seine Farben.
In der Verlängerung haben dann beide Teams durch Frei (101.) und Cimignani (103.) Halbchancen zum 3:2, doch nach 120 Minuten bekommt das dramatische Spiel auch sein verdientes Schlussdrama.
Im Elfmeterschiessen avancieren dann Fabian Frei und Dominik Schmid zu tragischen Helden. Der FCB-Captain rutscht beim zweiten Basler Elfmeter aus und schiesst den Ball deshalb über das Tor. Der FCB-Linksverteidiger scheitert mit dem letzten Versuch an Saipi. Und weil bei Lugano Valenzuela, Vladi, Sabbatini und Mahou souverän treffen, zieht am Ende doch Lugano ins Halbfinale ein.
Während Croci-Torti nach dem zweiten Auswärtserfolg seines Teams in Basel im Februar 2024 weiter vom Cupfinal-Hattrick träumen darf, wird dem FC Basel auch noch die Kirsche auf der eh schon missratenen Torte genommen. Denn jetzt muss er in den verbleibenden acht plus fünf Ligaspielen erst in die Top 6, dann in die Top 5 und dann im Sommer noch drei Qualifikationsrunde überstehen, sonst erlebt er eine zweite Saison in Folge ohne europäische Gruppe.
Die Bilder vom Spiel:
Die Muttenzerkurve stimmt den FC Basel auf das Spiel ein. Der Glaube an den Cuptitel soll gegen Lugano umgesetzt werden.
Marc Schumacher / freshfocus
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