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Der SCB gleicht wieder aus - Wenn auf Worte auch Taten folgen

Wie schon in Spiel 2 setzt sich der SC Bern auch im zweiten Viertelfinal-Heimspiel gegen Zug mit 6:2 durch und gleicht die Serie zum 2:2 aus. Erstmals seit Langem sind dabei wieder Fans im Stadion.

Wie schon in Spiel 2 setzt sich der SC Bern auch im zweiten Viertelfinal-Heimspiel gegen Zug mit 6:2 durch und gleicht die Serie zum 2:2 aus. Erstmals seit Langem sind dabei wieder Fans im Stadion.

Marco Keller

Publiziert: 19.04.2021, 22:43
Auch Dank der Unterstützung von 25 lautstarken Fans: Der SCB gleicht die Serie gegen den EVZ wieder aus. 

Auch Dank der Unterstützung von 25 lautstarken Fans: Der SCB gleicht die Serie gegen den EVZ wieder aus. 

Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Einfach, schnörkellos, effizient: Es sind die Qualitäten, die im Playoff gefragt sind. Qualitäten, die den SC Bern schon oft auszeichneten. Und an die sich das Team von Mario Kogler am Montag erinnerte. Cory Conacher lancierte einen Bilderbuchkonter, und die Nummer 89, die noch am Samstag durch Undiszipliniertheiten aufgefallen war, hatte auch noch die Übersicht, Ramon Untersander zu bedienen.

Der Ostschweizer traf in die hohe Ecke. 4:2, es war die Entscheidung, dann folgten noch zwei «Empty Netter». Und die Zuger dürften sich vor allem die Disziplinfrage stellen. Beim Stand von 2:3 kassierten sie drei kleine Strafen, zwei davon Justin Abdelkader. Der klare Strafenleader des Playoffs – 39 Strafminuten – hat sich noch nicht an die europäische Regelauslegung gewöhnt.

Ausgerechnet Elo

Die Zuger erschraken erstmals beim Betreten der Eisfläche. Empfangen wurden sie mit Pfiffen, erstmals seit dem 23. Oktober 2020, also erstmals seit praktisch sechs Monaten war wiederum ein Minimum an Fans zugelassen. Und die 25 Fans, die das Eintrittssesam neben 25 Sponsorenvertretern erhielten, zeigten sich des Privilegs würdig. Sie standen, und sorgten permanent für derart viel Stimmung, dass man sich aus Berner Optik gerne wieder darauf freute, wie es wieder einmal mit 17’000 Supportern sein wird.

Beeindrucken liess sich der EVZ anfänglich nicht, schon nach 73 Sekunden vollendete Yannick Zehnder eine schöne Kombination zum 0:1. Doch schon nach fünf Minuten stand es 1:1. Eero Elo traf im Powerplay, der Finne, der für den verletzten Schweden Jesper Olofsson mit einer B-Lizenz aus Langenthal nachgerückt war. Er hat schon mehr Playoff-Rhythmus als alle anderen, wenn auch eine Liga tiefer. In 12 Playoff-Spielen für die Oberaargauer totalisierte er 10 Skorerpunkte.

Bern - Zug 6:2 (3:1, 0:1, 3:0); Stand: 2:2.

Tore: 2. Zehnder (Klingberg, Alatalo) 0:1. 6. Elo (Jeffrey/PP) 1:1. 14. Pestoni (Praplan) 2:1. 17. Heim (Strafe angezeigt) 3:1. 33. Abdelkader (Diaz, Martschini/PP) 3:2. 54. Untersander (Conacher) 4:2. 57. Moser (EN) 5:2. 60. (59:48) Conacher (EN) 6:2.

Strafen: Je 6-mal 2 Minuten.

Bemerkungen: Bern ohne Olofsson, Sciaroni, Blum und Rüfenacht (alle verletzt), Mika Henauer und Jeremi Gerber (beide überzählig). – 9. Lattenschuss Neuenschwander. – 48. Pfostenschuss Thiry. Zug zwischen 56:15 und 56:43 und zwischen 57:40 und 59:48 ohne Goalie.

Es war der Anfang einer guten Phase des SCB. Und diese wurde vor Drittelsende noch zweimal belohnt: Zuerst traf Inti Pestoni aus respektabler Distanz mit einem Schuss, den Leonardo Genoni normalerweise hält. Später war es Topskorer André Heim, der von einem unglücklichen Rebound des ex-SCB-Keepers profitierte.

Kogler hatte nach dem 0:3 vom Samstag seine Unzufriedenheit angedeutet. Wenn Bern ohne Körper und Konsequenz spiele, werde es gegen den Qualifikationsdominator noch viel schwieriger als ohnehin schon. Und einige Äusserungen seiner Spieler nach dem ersten 6:2 waren ihm auch sauer aufgestossen.

Die «Mutzen» nahmen sich auch das Transparent ihrer Supporter («Mit Bärechraft zum Sieg») zu Herzen. Sie setzten ab der ersten Puckeingabe jene Akzente, die ihnen in Spiel 2 jenes Momentum gebracht hatten, das sie in Spiel 3 wieder preisgegeben hatten. Und auch als Zug im zweiten Drittel ein optisches Plus hatte, blieb der SCB seiner Linie treu. Ausser dem Anschlusstreffer durch Abdelkader bei einer Strafe gegen Tristan Scherwey hatten sie das Geschehen mehrheitlich unter Kontrolle.

Bei 2:2 ist Bern eine Macht

Wenn man auf die Statistik schaut, liegen die Vorteile nun beim SC Bern. Sechsmal seit 2013 stand es bei den Bundesstädtern nach vier von sieben Partien 2:2, sechsmal gewannen die Berner. Das letzte Ausscheiden bei einer derartigen Konstellation liegt 12 Jahre zurück – gegen den EVZ.

Publiziert: 19.04.2021, 22:43

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