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Nasdaq-Kurseinbruch - Bietet der Tech-Ausverkauf vor allem Kauf-Gelegenheiten? - Cash

Die grossen US-Tech-Unternehmen haben sehr gute Quartalszahlen vorgelegt. Auf der anderen Seite brechen die Kurse wegen Inflationssorgen regelrecht ein. Analysten sehen darin eine bestimmte Konstellation.

Am Markt für Tech-Aktien herrscht der Ausverkauf. Die Techbörse Nasdaq in New York schloss am Montag um 2,6 Prozent tiefer. Der Technologie-Index des S&P 500 brach um 2,4 Prozent ein. Er liegt um 5 Prozent unter einem kürzlich erreichen Höchstwert. Der Dow Jones hingegen, der Aktien aus vielen anderen Branchen als nur Tech enthält, ging nur um 0,1 Prozent zurück. Im Lauf des Handels hatte er gar ein Rekordhoch erreicht. 

Bei den Technologie-Einzelaktien sieht es nicht besser aus. Die grossen Namen bei Software, Geräten, Internethandel und Onlinewerbung mussten an der Börse Federn lassen. Der Montagshandel setzte Apple (-2,5 Prozent), Amazon (-2,8 Prozent), der Google-Mutter Alphabet (-2,8 Prozent) oder Facebook (-4,3 Prozent) deutlich zu. 

Auch im heutigen Dienstags-Handel dürfte die Lage schwierig werden. Der Future für den Nasdaq 100 steht mit 1,3 Prozent im Minus. Für Analysten ist dies aber noch kein Grund, bei den Tech-Aktien aufzugeben - im Gegenteil. 

Analysten schreiben Tech-Aktien nicht ab

Bei den Mega-Caps Apple, Amazon, Facebook oder auch Alphabet sind Analysten weiterhin optimistisch. Die hohen Bewertungen dieser Firmen an der Börse wohl seien gestützt, schreibt Goldman Sachs. Ein Risiko sieht die New Yorker Grossbank eher bei der Regulierung des Tech-Sektors. Die seit Januar regierenden Demokraten in den USA könnten die Auflagen für die Branche verschärfen. 

Die immer noch tiefen Zinsen und Aussichten auf schnelles Wachstum würden den Tech-Unternehmen aber helfen. Die Stärke diese Aktien bestehe darin, dass der Konsum stabil sei und der Trend zu Online-Handel und Online-Werbung an Fahrt gewinne, schreiben Analysten der Investmentbank Truist Securities. 

Für Mizuho Securities bietet die Konjunkturerholung für die wachstumsstarken Tech-Titel klaren Rückenwind. Die Situation nach den jüngsten Quartalszahlen sei gut. Apple, Amazon und Google haben für das erste Quartal 2021 sehr hohe Umsatzsteigerungen publiziert. Mizuho nennt aber kleinere Firmen, wo es wahrscheinlich dieses Jahr noch zu weiteren starken Wachstumschüben kommen dürfte: Das Steuersoftware-Unternehmen Avalara, den Spezialisten für Personalmanagement-Software Ceridian, oder RingCentral, ein Hersteller von Büro- und Kommunikationssoftware. 

«Anstieg der Nachfrage wird unterschätzt»

Der Sektor werde auch von der langfristigen Nachfrage nach Cloud-Lösungen und Internetsicherheit profitieren, schreibt die Anlagegesellschaft Wedbush: "Massives Wachstum - und damit auch weitere Bewertungsanstiege - sind am Horizont, und bei den Tech-Aktien wird der Nachfrageanstieg in den nächsten zwei bis drei Jahren unterschätzt." Weil die Bewertungen im Verhältnis zu den übergrossen Wachstumsaussichten immer noch attraktiv seien, müsse man die Tech-Aktien auch halten oder kaufen. 

Staranalyst Jim Cramer gibt sich etwas skeptischer. Für ihn ist zwar nur Amazon überbewertet. Aber der Markt betrachtet das FAANG+M-Segment (Facebook, Apple, Amazon, Netflix, Google und Microsoft) generell als teuer an. Langfristig sieht auch Cramer Potential: "Ich denke, sie kommen zurück", schreibt er in seinem Blog "The Street".

Wirklich verwundbar seien Aktien von Unternehmen, die keine Gewinne und manchmal nur sehr geringe Umsätze schrieben. Cramer verkneift sich bei dieser Feststellung einen Seitenhieb auf die Ark-ETF von Cathie Wood nicht. Der berühmte "Ark Innovation ETF" von Wood hat am Montag 5 Prozent Kurseinbusse erlitten. Die Hauptposition, die Aktie von Tesla, hat 6 Prozent verloren. 

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