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Halbschatten-Mondfinsternis: Tipps für schöne Fotos

Am 10. Januar 2020 kann man eine Halbschatten-Mondfinsternis beobachten. Der Mond wird nicht komplett verdunkelt, wie bei einer totalen Mondfinsternis. Stattdessen wird ein grauer Schatten auf dem Mond sichtbar.
Zieht der Mond nur durch den Halbschatten der Erde, legt sich ein leichter, grauer Schatten über den Mond - er wird dabei nicht komplett verfinstert.

Zieht der Mond nur durch den Halbschatten der Erde, legt sich ein leichter, grauer Schatten über den Mond - er wird dabei nicht komplett verfinstert.

Auf die nächste totale Mondfinsternis müssen wir noch warten, sie kommt erst 2022. Doch am 10. Januar können Astronomie-Fans ein anderes Himmelsspektakel bewundern: Halbschatten-Mondfinsternis. Der Mond wird sich dabei verdunkeln, als würde ein grauer Schleier ihn überziehen.  Doch wie macht man ein gutes Foto von dem nächtlichen Ereignis?

Fototipps für Mondfinsternis

«Mit einer Handykamera kommt man nicht weit, der Mond ist darauf höchstens als farbiger Kreis zu erkennen», sagt BLICK-Fotograf Thomas Meier. «Und wenn man an den Mond heranzoomt, wird das Foto nur noch schlechter.» Auch ein Selfie mit dem Mond gibt nicht viel her. «Die Frontkamera verschlechtert die Aufnahme, und der Mond wäre nur als weisser Punkt zu erkennen», erklärt Meier.

Will man die Mondstruktur erkennen und eine Nahaufnahme des Mondes haben, muss ein richtiger Fotoapparat her – am besten eine digitale Spiegelreflexkamera oder sogar eine Vollformatkamera. Mit einem Teleobjektiv mit mindestens 200 Millimeter Brennweite – «je grösser, desto besser», sagt Meier.

«Damit das Bild nicht verwackelt, muss man die Kamera auf ein Stativ stellen und den Selbstauslöser einstellen», rät Fotograf Meier. «Die Belichtungszeit muss möglichst kurz gewählt werden. Der Mond bewegt sich und verschmiert bei längerer Belichtung die Aufnahme.» Und nicht vergessen: kein Blitz – die Automatik wenn nötig abschalten. 

«Am schönsten dokumentiert man die Mondfinsternis mit einem Foto alle paar Minuten», sagt Meier. So könne man sehen, wie die Helligkeit stetig abnimmt.

Wann kann man Halbschatten-Mondfinsternis sehen?

Man kann das Himmelsspektakell am 10. Januar, ab etwa 18 Uhr beobachten. Bei klarem Himmel kann man sehen, wie der Mond in den Halbschatten der Erde eintaucht. Der Höhepunkt der Mondfinsternis sollte um 20.10 Uhr sein und um 22.12 Uhr endet die Halbschatten-Finsternis.

Der beste Ort

Für ein gutes Foto brauchts allerdings auch einen guten Standort. Am besten raus aus der Stadt auf eine Anhöhe oder einen Berg gehen, rät Daniel Karbacher (61), Astronom bei der Urania-Sternwarte Zürich. «Dort ist die Sicht nach Osten frei, und es gibt wenig andere Lichtquellen, die stören.»

Die beste Ausrüstung

Eine Schutzbrille ist für die Beobachtung der Mondfinsternis nicht nötig, die brauchts nur bei Sonnenfinsternissen. «Es blendet nicht, sondern ist dunkel», beruhigt Astronom Karbacher. Wer die Konturen und Krater des Mondes genauer sehen will, muss ein Fernglas mitnehmen. Den Mond hautnah sehen kann man am besten in einer Sternwarte durch ein grosses Teleskop.

Wann kommt die nächste Mondfinsternis?

Am 5. Juni 2020 gibt es wieder eine Halbschatten-Mondfinsternis. Die nächste totale Mondfinsternis wird am 26. Mai 2022 stattfinden.

Was ist eine Mondfinsternis?
Eine totale Mondfinsternis entsteht, wenn der Mond durch den Erdschatten wandert. Das geschieht, wenn die Erde zwischen ihm und der Sonne steht und sich die beiden Umlaufbahnen schneiden. Auf ihrer sonnenabgewandten Seite wirft die Erde einen spitz auslaufenden Kernschatten. Um diesen herum liegt ein Halbschatten, der mit wachsender Entfernung von der Erde kontinuierlich breiter wird.

Der Mond umrundet jeweils einmal in etwa 30 Tagen die Erde. Seine exzentrische Umlaufbahn ist leicht gegenüber der Bahn geneigt, auf der die Erde um die Sonne zieht. Bei den meisten Erdumrundungen wandert der Mond über oder unter dem Erdschatten vorbei. Man sieht ihn um diese Zeit als Vollmond.

Die Mondfinsternis ist überall da zu sehen, wo der Mond um diese Zeit über dem Horizont steht. Von Mitteleuropa aus sind ein bis zwei Mal jährlich Mondfinsternissen zu beobachten.

Der Mond in Zahlen

Eine neue Analyse der Nasa offenbart, dass der Mond in den vergangenen Jahrtausenden geschrumpft ist.

Trostlos, lebensfeindlich und faszinierend zugleich - der Mond ist unser nächster Nachbar im Weltraum. Was Sie vielleicht noch nicht über den Erdsatelliten wussten:

  • 1,27 Sekunden dauert es, bis ein Funksignal von dort auf der Erde ankommt.
  • 3 Tage brauchten die «Apollo»-Missionen, um ihr Ziel zu erreichen.
  • 4 Zentimeter pro Jahr wächst die Entfernung zwischen Erde und Mond.
  • 6 Mal weniger als auf der Erde wiegt ein Mensch dort - Grund: die geringere Schwerkraft.
  • 12 Astronauten haben den Mond bisher betreten - alle zwischen 1969 und 1972.
  • 29,53 Erdtage braucht der Mond für eine Drehung um sich selbst.
  • Mehr als 50 Raumsonden haben sich bisher auf die weite Reise dorthin gemacht.
  • Minus 233 Grad kalt kann es auf der Schattenseite des Mondes werden, auf der Sonnenseite hingegen bis zu 123 Grad warm.
  • Rund 400 Kilogramm Mondgestein haben Raumfahrer eingesammelt und mitgenommen.
  • 3476 Kilometer misst der Mond im Durchmesser - die Erde 12'765 Kilometer.
  • 384'400 Kilometer ist der mittlere Abstand zwischen Mond und Erde.
  • Rund 4,5 Milliarden Jahre liegt die Entstehung des Erdtrabanten zurück.
So kam der Mensch auf den Mond
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