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Grafiken zum Coronavirus - In diesen Kantonen steigen die Corona-Zahlen am stärksten

In vielen Kantonen verdoppelten sich die Fälle im Vergleich zur Vorwoche. Kommt nun die zweite Welle?

Die Lage schien sich zu beruhigen, doch seit einer Woche steigen die Fallzahlen wieder stark an. Alleine am Montag wurden 990 Personen in der Schweiz positiv getestet. Die Fallzahlen der letzten sieben Tage haben sich im Vergleich zur Vorwoche verdoppelt – und dabei sind noch gar nicht alle Nachmeldungen gezählt. Auch wenn die Zahlen mit jenen von März/April kaum vergleichbar sind: Solch hohe Fallzahlen bringen sowohl das Contact-Tracing wie auch das Testing-Regime der Kantone gefährlich ins Wanken.

Hinzu kommt, dass es sich offenbar nicht nur um einige lokale Ausbrüche handelt. Fast alle Kantone verzeichnen eine Zunahme. In Zürich, St. Gallen und Tessin hat sich der 7-Tage-Schnitt im Vergleich zur Vorwoche mehr als verdoppelt, in kleineren Kantonen mit kleineren Zahlen gar vervielfacht. Auch die Westschweizer Kantone Genf und Waadt, von denen man bisher annahm, dass sie ihre Zahlen stabilisieren konnten, verzeichnen wieder exponentielle Anstiege. Die Kantone Bern und Zug haben bereits reagiert und am Mittwoch neue Maskenpflicht-Regeln eingeführt.

Die Kantonszahlen im Vergleich

Die untenstehende Tabelle zeigt, wie sich das Virus in einzelnen Kantonen verbreitet. Die Neumeldungen beziehen sich auf die neusten Meldungen des BAG und können sich auf mehrere Tage aufteilen. Der 7-Tage-Schnitt zeigt, wie viele Neuinfektionen während sieben Tagen durchschnittlich pro Tag gemeldet wurden. Damit die fehlenden Nachmeldungen kein verzerrtes Bild ergeben, ist der 7-Tage-Schnitt um drei Tage zurückversetzt. Er ist damit bei schnell steigenden Zahlen zwar träger, aber mittelfristig ein verlässlicherer Wert. Weil grössere Kantone oft mehr Neuinfektionen verzeichnen, lohnt sich der Blick auf den 7-Tage-Schnitt pro 100'000 Einwohner (rot eingefärbt). Dieser zeigt die Situation im Verhältnis zur Bevölkerung in den Kantonen. Ob die Zahl zu- oder abnimmt, zeigt die Entwicklung zur Δ Vorwoche. Klicken Sie auf Details, um noch mehr Zahlen zum jeweiligen Kanton zu sehen oder auf den Tabellen-Kopf, um die Zahlen neu zu sortieren.

Warum steigen die Zahlen plötzlich wieder rasant an? Die Erklärungen dafür variieren. Ein Grund können die kühleren Temperaturen sein, sagt Epidemiologin Tanja Stadler. Wenn sich mehr Menschen wieder in Innenräumen aufhalten und weniger lüften, erhöht dies das Ansteckungsrisiko. Noch immer würden viele der Ansteckungen durch sogenannte Cluster-Events verursacht, sagte gestern Gesundheitsminister Alain Berset: «Es gab Privatanlässe, die plötzlich ziemlich viele Ansteckungen verursacht haben.»

Noch spiegeln sich die Neuansteckungen kaum in den Zahlen zu den Spitaleintritten oder Verstorbenen wieder. Dies ist meistens zwei bis drei Wochen (Spitaleintritte), respektive vier bis fünf Wochen (Verstorbene) später bemerkbar.

Wie sich die Situation weiter entwickelt, zeigen auch unsere täglich aktualisierten Grafiken bei: «So entwickeln sich die Corona-Zahlen in der Schweiz».

Über die Daten
  • Daten der Neuinfektionen bezieht SRF über das Bundesamt für Gesundheit. Sie beinhalten Liechtenstein und werden werktäglich kurz nach Mittag aktualisiert.
  • Daten zu den Hospitalisierten und Verstorbenen bezieht SRF täglich von den Kantonen. Dafür wird eine Schnittstelle des Statistischen Amtes des Kantons Zürich genutzt. Die Daten können sich von jenen unterscheiden, die das Bundesamt für Gesundheit (BAG) publiziert. Sie werden, wenn vorhanden, täglich aktualisiert.
Expertin Tanja Stadler: «Mit Grossveranstaltungen hat das nichts zu tun»
02:29 min, aus HeuteMorgen vom 07.10.2020.
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