Aufregerthemen Schliessen

Gefechte an Grenze zu Israel: Beirut verurteilt "gefährliche Eskalation"

Angespannte Sicherheitslage im Norden Israels: Nach Gefechten an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon befürchtet Beirut, dass die Situation eskaliert. Israel warnt derweil vor Vergeltung der Hisbollah.

Angespannte Sicherheitslage im Norden Israels: Nach heftigen Gefechten an der Grenze zum Libanon befürchtet Beirut, dass die Situation eskaliert. Israel warnt derweil vor Vergeltungsmaßnahmen der Hisbollah.

Nach heftigen Gefechten im israelisch-libanesischen Grenzgebiet hat die Regierung in Beirut die israelische Armee für eine "gefährliche militärische Eskalation" verantwortlich gemacht. Israel habe zum wiederholten Male die libanesische Souveränität verletzt, erklärte der libanesische Regierungschef Hassan Diab auf Twitter.

Er fürchte, dass sich die Situation in den kommenden Tagen wegen der "ernsten Spannungen an der Grenze" noch verschlimmern werde, sagte Diab. Israel warf er vor, die "Verhaltensregeln" ändern zu wollen, auf die sich beide Seiten nach dem Ende des Libanonkriegs 2006 geeinigt hätten. Es handelte sich um die erste offizielle Reaktion Beiruts auf die Grenzgefechte am Montag. 

Hisbollah-Miliz weist Beteiligung zurück

Nach Angaben der israelischen Armee waren die Gefechte ausgebrochen, nachdem bis zu fünf mit Gewehren bewaffnete Männer aus dem Libanon die sogenannte Blaue Linie im umstrittenen Berg-Dow-Gebiet in den Golanhöhen überquert hatten. Das Gebiet wird von Israel, Syrien und dem Libanon beansprucht.

Israelische Soldaten hätten daraufhin das Feuer eröffnet und die "Terroristen" zurückgedrängt, teilte die Armee mit. Aus "Verteidigungszwecken" sei zudem libanesisches Gebiet beschossen worden.

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu warf der libanesischen Hisbollah-Miliz derweil einen "Infiltrationsversuch" auf Geheiß des Iran vor. Bei einem Besuch der israelischen Armee auf den Golanhöhen sagte er, die Gefechte seien das Ergebnis der "Versuche des Iran und seiner libanesischen Handlanger, sich militärisch in unserer Region festzusetzen". Israel werde "alles Nötige" zu seiner Verteidigung tun. "Israel ist bereit für jedes Szenario", betonte Netanyahu weiter.

"Komplett falsche Darstellung"

Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz hatte eine Beteiligung an dem Vorfall am Montag zurückgewiesen und von einer "komplett falschen" Darstellung Israels gesprochen.  Die UN-Friedensmission Unifil kündigte eine Untersuchung der Gefechte an. Offiziell befinden sich Israel und der Libanon noch immer im Krieg, die Unifil patrouilliert im Grenzgebiet.

Diab warf Israel vor, das Ende dieses Monats auslaufende Unifil-Mandat ändern zu wollen. "Es gibt einen Versuch, den Libanon unter Druck zu setzen, indem damit gedroht wird, die Zahl der Unifil-Soldaten zu reduzieren, wenn das Mandat der Mission nicht geändert wird", erklärte der libanesische Regierungschef. Eine Anpassung der Aufgaben von Unifil lehne sein Land jedoch ab. 

Ähnliche Shots
Die meist populären Shots dieser Woche