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Duell um Fraktionsspitze: Leo Müller und Andrea Gmür wollen

Bei der Wahl fürs Präsidium der Mitte-Fraktion stehen sich die CVPler Leo Müller und Andrea Gmür gegenüber. Der interimistische Fraktionschef Müller steht für Kontinuität, sie für Aufbruch.
  • keystone-sda.ch

    Die CVP braucht nach der Abwahl von Filippo Lombardi einen neuen Kopf an der Fraktionsspitze.

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    Die CVP braucht nach der Abwahl von Filippo Lombardi einen neuen Kopf an der Fraktionsspitze.

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    Der Luzerner Nationalrat Leo Müller hat seine Kandidatur bereits bekannt gegeben.

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    Der Luzerner Nationalrat Leo Müller hat seine Kandidatur bereits bekannt gegeben.

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    Müller gilt intern als seriöser Schaffer und hat die Fraktion in den vergangenen Wochen interimistisch geführt.

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    Müller gilt intern als seriöser Schaffer und hat die Fraktion in den vergangenen Wochen interimistisch geführt.

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    Gmür steht im Gegensatz zu Müller eher für den modernen und urbaneren Parteiflügel.

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    Gmür steht im Gegensatz zu Müller eher für den modernen und urbaneren Parteiflügel.

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    Gegen sie spricht, dass sie erst seit kurzem im Ständerat politisiert. Ihre Kritiker meinen, sie müsse sich nun erst im Stöckli einleben.

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    Gegen sie spricht, dass sie erst seit kurzem im Ständerat politisiert. Ihre Kritiker meinen, sie müsse sich nun erst im Stöckli einleben.

Die Mitte-Fraktion von CVP, EVP und BDP ist die drittstärkste Kraft unter der Bundeshauskuppel. Sie sucht einen Boss. BLICK weiss: Nur die beiden Luzerner CVPler, Nationalrat Leo Müller (61) und Ständerätin Andrea Gmür (55), stehen zur Auswahl.

Geht es nach Gmürs Anhängern, droht bei Müllers Wahl die feindliche Übernahme durch den Bauernverband. Denn der gelernte Landwirt, Agraringenieur und Jurist Müller, der seine Kandidatur schon öffentlich gemacht hat, sei der verlängerte Arm von Bauernchef und CVP-Nationalrat Markus Ritter (52).

Von der Mitte- zur Bauernpartei

Das sei jetzt besonders heikel: denn die Bauernverbands-Spitze hat die nächsten zwölf Monate zum «Schicksalsjahr» für Bauernfamilien ausgerufen.

«Die Bauern wählen sowieso SVP. Was nützt es uns, wenn wir bei der Weiterentwicklung der Agrarpolitik, beim Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten und bei den Abstimmungen über die Trinkwasser- und die Pestizid-Initiative zum Sprachrohr der Landwirte werden?», so ein CVP-Parlamentarier.

Und CVP-Nationalrat Alois Gmür (64) bestätigt, dass «Ritter und Leo Müller politisch deckungsgleich» sind. Ein weiteres Fraktionsmitglied sagt gar, «Ritter pusht Müller enorm».

Parlez-vous français?

Das Präsidium wird beiden Kandidaten zugetraut. Andrea Gmür entspricht aber eher dem Anforderungsprofil für die Nachfolge des abgewählten Fraktionschefs Filippo Lombardi (63, CVP). Sie spricht weit besser Französisch und gilt als integrativer als Müller. So besteht beispielsweise auch CVP-Nationalrat Marco Romano (37) auf gute Fremdsprachenkenntnisse vom neuen Mitte-Chef.

Gmür steht für eine moderne und urbane CVP. Sie gehört zu den drei CVP-Frauen, die dieses Jahr den Sprung ins Stöckli schafften. Sie würde den Christdemokraten ein weiblicheres Gesicht verleihen. Doch intern gibt es Kritik: Sie müsse sich nach ihrer Wahl in den Ständerat erst im Stöckli beweisen. Der Wechsel an die Fraktionsspitze käme zu früh.

Mut statt Komfort?

Müller hingegen vertritt den konservativen Parteiflügel. Er gilt als seriöser Schaffer, doch mit seinen 61 Jahren ist er nicht mehr das «frische Gesicht», das sich viele wünschen. «Für uns stellt sich die Frage, ob wir uns aus der Komfortzone wagen und auf Andrea Gmür setzen oder ob wir uns mit der konservativen Wählerschaft begnügen», sagt ein Ständerat.

Die Chancen stehen dennoch nicht schlecht, dass Leo Müller am 17. Januar zum Chef der Mitte-Fraktion gekürt wird – trotz seiner Nähe zu den Bauern. Doch die lateinischen CVP-Mitglieder, die Frauen, jüngere Parlamentarier sowie die sechs Vertreter von BDP und EVP dürften zu Gmür tendieren.

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