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Amoklauf in Russland - Mindestens elf Tote bei Angriff auf Schule in Kasan

Der mutmasslich 19-jährige Täter ist von der Polizei verhaftet worden. Der Gouverneur spricht von einem Terrorakt.

Der mutmasslich 19-jährige Täter ist von der Polizei verhaftet worden. Der Gouverneur spricht von einem Terrorakt.

UPDATE FOLGT
Bewaffnete Einsatzkräfte verschieben sich zur Schule in der russischen Grossstadt Kasan.

Bewaffnete Einsatzkräfte verschieben sich zur Schule in der russischen Grossstadt Kasan.

Foto: Jegor Allejew (Tass/DPA/Keystone/11. Mai 2021)

Bei Schüssen in einer Schule im russischen Kasan wurden nach Behördenangaben acht Menschen getötet. Es handle sich um vier Jungen und drei Mädchen der achten Klasse, sagte Gouverneur Rustam Minnichanow. Sein Büro erklärte, auch ein Mitglied des Lehrpersonals sei tot. Zuvor hatte die staatliche Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf Notdienste von elf Toten und vier Verletzten berichtet. Der Grund der unterschiedlichen Zahlen war zunächst nicht klar.

Die Gesundheitsbehörden berichteten, 21 Verletze seien in Spitäler gebracht worden, darunter 18 Kinder. Sechs der Verletzen lägen auf der Intensivstation.

Behörden erklärten, einige Kinder seien aus dem Gebäude gebracht worden, andere seien immer noch in der Schule in der Hauptstadt der russischen Republik Tatarstan, die etwa 720 Kilometer östlich von Moskau liegt. Für alle anderen Schulen in der Stadt seien zusätzliche Sicherheitsmassnahmen ergriffen worden. Bilder zeigen zahlreiche Krankenautos vor dem Gebäude.

Minnichanow sagte nach einem Besuch der Schule, ein 19-jähriger Terrorist sei festgenommen worden. Auf ihn sei eine Waffe zugelassen. Komplizen seien nicht ermittelt worden. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Interfax von zwei Bewaffneten berichtet.

Schulen gerade wieder geöffnet

Zeugen berichteten auch von einer Explosion in der Grossstadt. Auf Amateurvideos war zu sehen, wie Rauch aus einem mehrstöckigen weissen Gebäude stieg. Es waren Schreie zu hören. Ein lokaler Fernsehsender berichtete, dass Kinder aus den Fenstern des dritten Stocks gesprungen seien. In Russland hatten die Schulen erst am Dienstag nach mehr als einwöchigen Ferien begonnen.

Der festgenommene 19-Jährige soll Medienberichten zufolge vor etwa vier Jahren seinen Schulabschluss gemacht haben. Kurz vor der Tat soll er das Verbrechen im Nachrichtenkanal Telegram angekündigt haben. Er soll zunächst mit einem Maschinengewehr die Schule durch einen Haupteingang betreten und sofort um sich geschossen haben.

Schlimme Erinnerungen an das Jahr 2004

Nach früheren Angriffen auf Schulen haben viele Bildungseinrichtungen in dem Riesenreich Wachpersonal an Eingängen. Ob das auch bei der Schule Nummer 175 in Kasan der Fall war, war zunächst unklar.

In Russland gab es in der Vergangenheit immer wieder Festnahmen, weil Jugendliche angeblich Angriffe auf Schulen geplant hatten. Die letzte grosse Tragödie gab es im Oktober 2018, als in der Stadt Kertsch ein 18-Jähriger an einer Berufsschule um sich geschossen und einen Sprengsatz gezündet hatte. Er und 20 weitere Menschen starben.

Einen der schlimmsten Überfälle auf eine Schule gab es 2004 in Nordossetien. Damals brachten tschetschenische Rebellen mehr als 1000 Lehrer, Schüler und Eltern in ihre Gewalt, die sich dort zum Beginn des neuen Schuljahres versammelt hatten. Sie verlangten die Unabhängigkeit Tschetscheniens und pferchten ihre Geiseln in einer Turnhalle ein. Zwei Tage später stürmten russische Spezialeinheiten die Halle. Dabei kamen mehr als 300 Menschen um, mehr als die Hälfte waren Kinder.

(Update folgt)

DPA/fal

Publiziert heute um 09:53 Uhr

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