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Arbeitsmarkt - Halle (Saale) - Sozialer Arbeitsmarkt sorgt ...

Halle/Erfurt (dpa/th) - Das vor einem Jahr vom Bund beschlossene Gesetzespaket für einen sozialen Arbeitsmarkt in Deutschland zeigt in Thüringen erste Wirkung. In 1300 Fällen hätten Menschen, die jahrelang ohne Job und Vermittlungserfolge waren, dadurch eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gefunden, sagte Kay Senius, Chef der in Halle ansässigen Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit. Bei etwa einem Drittel (32 Prozent) dieser Fälle hätten privatwirtschaftliche Unternehmen Beschäftigte über den sozialen Arbeitsmarkt eingestellt.

Auch bei gemeinnützigen (42 Prozent) und öffentlich-rechtlichen (rund 25 Prozent) Arbeitgebern bekamen sie eine Chance, wieder am Arbeitsleben teilhaben zu können. Dazu zählten Helferarbeiten etwa im Gartenbau. Der Bund hatte das Gesetzespaket vor einem Jahr beschlossen. Er fördert dabei die Einstellung etwa von Langzeitarbeitslosen anfangs mit einem 100-prozentigen Lohnkostenzuschuss.

Bedingung für diese speziell geförderten Beschäftigungsverhältnisse - den sozialen Arbeitsmarkt - sei, dass die Betroffenen seit sechs oder mehr Jahren Leistungen der Grundsicherung, Hartz IV, erhalten haben. Zudem müssen sie älter als 25 Jahre sein.

Ohne die neue Möglichkeit des sozialen Arbeitsmarktes hätten die betroffenen Menschen so gut wie gar keine Chance auf Beschäftigung, sagte Senius. "Sie würden trotz der großen Nachfrage nach Arbeitskräften übrig bleiben." Dazu gehörten Langzeitarbeitslose mit geringer Qualifikation, ohne Berufsausbildung, mit gesundheitlichen Einschränkungen, Ältere, aber auch Familien und Alleinerziehende mit langer Arbeitslosigkeit.

"Wir erhoffen uns einen "Klebeeffekt", sprich, dass die Menschen nach der Förderung in Beschäftigung, im Unternehmen, bleiben", sagte Senius. Er appellierte an die Arbeitgeber, das Instrument des sozialen Arbeitsmarktes mit einer Förderung von bis zu 100 Prozent des Mindest- oder Tariflohns kräftig zu nutzen, um Langzeitarbeitslose wieder in das Berufsleben zu integrieren.

Darüber hinaus fördere das Gesetzespaket die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen, die mindestens zwei Jahre arbeitslos waren, für die Dauer von zwei Jahren. Von den bislang rund 400 solcher Förderfälle in Thüringen seien bei diesem Instrument 85 Prozent der Betroffenen von privatwirtschaftlichen Arbeitgebern übernommen worden, sagte Senius.

Der Bund stellt für die Umsetzung des Gesetzespakets in Deutschland bis 2022 rund vier Milliarden Euro zur Verfügung. Ziel sei es, bis zu 150 000 Langzeitarbeitslose mit verschiedenen Unterstützungsmaßnahmen zu erreichen, um sie für den Arbeitsmarkt fit zu machen. In Thüringen ist jeder Dritte der insgesamt rund 56 700 Arbeitslosen (Dezember 2019) länger als ein Jahr ohne Job und gilt damit als langzeitarbeitslos.

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