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Iran greift US-Stützpunkte im Irak an – Chamenei droht mit "Rache"

Mit Raketenangriffen auf zwei US-Militärstützpunkte im Irak hat der Iran erstmals militärisch auf die gezielte Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani durch die USA reagiert. Die Angriffe markieren eine neue militärische Eskalationsstufe in

Bei wurden ersten Angaben aus Washington zufolge keine US-Militärangehörige getötet. Auch deutsche Soldaten wurden laut Bundeswehr nicht verletzt.

International besteht die Befürchtung, dass sich die militärische Konfrontation beider Staaten bis hin zu einem Krieg entwickeln könnte. Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei machte deutlich, dass die eigentliche "Rache" des Iran für die Tötung Soleimanis noch bevorstehe.

Mit den Raketenangriffen "wurde den Amerikanern eine Ohrfeige gegeben", sagte Chamenei in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Das "Thema Rache" für den Tod Soleimanis sei jedoch "eine andere Sache". "Militärische Aktionen dieser Art sind nicht ausreichend" dafür, sagte er.

Der iranische Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif erklärte, es habe sich um angemessene "Selbstverteidigungsmassnahmen" gehandelt. Der Iran strebe keine "Eskalation oder Krieg" an, versicherte Sarif. Doch werde sich sein Land "gegen jegliche Aggression verteidigen".

"Vergeltung" für Drohnenattacke

Die Revolutionsgarden bezeichneten die Angriffe laut iranischen Staatsmedien als Vergeltung für die gezielte Tötung von Soleimani bei einer US-Drohnenattacke bei Bagdad am vergangenen Freitag. Die Revolutionsgarden drohten zudem mit Angriffen auch gegen Israel sowie gegen mit den USA "verbündete Regierungen". Die pro-iranischen Al-Schaabi-Milizen im Irak kündigten eigene Attacken auf die US-Armee an.

Die vom Iran aus abgefeuerten Raketen trafen den Stützpunkt Ain al-Assad - die grösste Luftwaffenbasis im Irak mit US-Soldaten - und den Stützpunkt Harir in Erbil in der nordirakischen Kurdenregion. Aus dem US-Verteidigungsministerium hiess es, die USA hätten aber angesichts der jüngsten iranischen Drohungen "alle angemessenen Massnahmen" ergriffen, um den Schutz ihrer Soldaten und der von Partnerstaaten sicherzustellen.

Nach Angaben des Pentagons gibt es keine Hinweise auf US-Todesopfer. Die iranischen Behörden meldeten hingegen 80 tote US-Militärangehörige. Grossbritanniens Aussenminister Dominic Raab äusserte sich besorgt über "Berichte über Opfer". Den deutschen Soldaten am Standort in Erbil gehe es gut", sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr.

Rede Trumps erwartet

US-Präsident Donald Trump kündigte für Mittwoch eine Rede an die Nation an. "Alles ist gut", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter mit Blick auf die bisherigen Prüfungen hinsichtlich möglicher Opfer und Schäden. "So weit, so gut!" fügte Trump hinzu.

In den USA wurde das bisherige Vorgehen Trumps gegen den Iran von der Opposition scharf kritisiert. Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, erklärte nach den iranischen Raketenangriffen, die Sicherheit der US-Soldaten in der Region müsse gewährleistet sein. Die Trump-Regierung müsse ihre "unnötigen Provokationen" beenden sowie der Iran die Gewalt, forderte die Demokratin.

International wurden die iranischen Raketenangriffe scharf verurteilt: Die deutsche Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer wies die "Aggression aufs Schärfste" zurück und appellierte an den Iran, "keine zusätzliche Eskalation zu betreiben".

Der französische Aussenminister Jean-Yves Le Drian forderte am Mittwoch in Paris, dass die "Spirale der Gewalt" aufhören müsse. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnte vor weiterer Gewalt in der Region.

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