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Europameisterschaft: Deutschlands Handballer gehen gegen Spanien unter

Sie lag nie in Führung und auch der zuletzt starke Torwart Andreas Wolff konnte diesmal nicht helfen: Die deutsche Auswahl hat im EM-Spiel gegen Spanien die Grenzen aufgezeigt bekommen.

Die deutschen Handballer haben im zweiten Vorrundenspiel bei der Europameisterschaft eine deutliche Niederlage kassiert. 26:33 (11:14) verlor das Team von Bundestrainer Christian Prokop gegen Titelverteidiger Spanien. Bereits in der Anfangsphase geriet die DHB-Auswahl klar in Rückstand, Spaniens Erfolg war gegen eine in allen Bereichen überforderte deutsche Mannschaft nie in Gefahr.

Vor der abschließenden Vorrundenpartie gegen Lettland (0:4 Punkte) hat Deutschland (2:2 Punkte) aber weiter gute Chancen auf das Erreichen der Hauptrunde. Allerdings ist die Pleite ein Rückschlag mit Blick auf ein mögliches Halbfinale: In die Hauptrunde nehmen die Teams nur die Punkte mit, die sie gegen das andere weiterziehende Team aus ihrer Gruppe gewonnen haben. Sollten Spanien (4:0 Punkte) und Deutschland weiterkommen, würde die DHB-Auswahl mit null Punkten in die vier Hauptrunden-Partien starten.

Mit überhasteten und unplatzierten Würfen auf beiden Seiten begann das Spiel, erst nach 4:41 Minuten gelang Spaniens Alex Dujshebaev (bester Torschütze des Spiels; sieben Tore) der erste Treffer der Begegnung. Die DHB-Auswahl glich zwar bereits im Gegenzug durch Uwe Gensheimer aus, aber dann zog der Gegner davon - nach neun Minuten stand es 1:6 aus deutscher Sicht.

Bereits beim Erfolg im Auftaktspiel gegen die Niederlage hatte die DHB-Auswahl Probleme, besonders im Angriffsspiel, allerdings konnte der niederländische EM-Debütant die Schwäche am Ende nicht ausnutzen. Gegen das hochklassig besetzte Spanien kamen Fehler in der Deckung und im Aufbau hinzu und die vielen Fehlwürfe (die deutsche Trefferquote lag zur Pause bei 50 Prozent, Spanien verwandelte in der ersten Hälfte 14 von 20 Würfen) fielen diesmal stärker ins Gewicht.

Zwischenzeitlich erzielte das deutsche Team zwar fünf Treffer in Serie (9:10), dann setzte sich Spanien aber wieder ab. Der gegen die Niederlande starke Andreas Wolff wehrte in der Anfangsphase nur einen von neun Würfen ab. Sein Vertreter Johannes Bitter kam schon früh ins Spiel und bot die etwas bessere Leistung, doch gegen die häufig durchbrechenden Spanier hatte auch der 37-Jährige meist das Nachsehen.

Nach der Pause kam wieder Wolff, doch er blieb erneut ohne Wirkung und wurde ausgewechselt. Aber es lag an diesem Abend nicht nur an den Torhütern: Im Rückraum entfachten die Deutschen zu wenig Druck, der sonst starke Mittelblock aus Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler (mit fünf Toren Deutschlands bester Werfer) bot zu große Lücken und auch Topstar Gensheimer vergab zu viele Chancen.

In Deutschlands letztem Vorrundenspiel gegen EM-Neuling Lettland (18.15 Uhr, Liveticker: spiegel.de) sind die Rollen klar verteilt: Die Letten haben ihren bisherigen Partien gegen Spanien (22:33) und die Niederlande (24:32) deutlich verloren und sind Außenseiter.

Icon: Der Spiegel
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