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Rohstoffe: Goldpreis springt auf neues Euro-Allzeithoch

Wegen der Gefahr eines bewaffneten Konflikts am Golf greifen Investoren zu Edelmetall. Auch in Dollar nähert sich der Goldpreis einer wichtigen Marke.
Goldbarren

Das Edelmetall ist bei Investoren aktuell stark gefragt.

(Foto: dpa)

Gold ist im Euro-Raum derzeit so teuer wie nie. Am Montag stieg der Preis für das Edelmetall in der Spitze um 1,7 Prozent auf 1415 Euro pro Feinunze (rund 31 Gramm) und markierte damit ein neues Allzeithoch.

Auch in Dollar steht der Goldpreis kurz davor, eine wichtige Marke zu erreichen: Mit zwischenzeitlich 1585 Dollar pro Unze notiert das Edelmetall am Montag auf dem höchsten Stand seit fast sieben Jahren.

Seit Anfang Dezember hat der Goldpreis knapp neun Prozent zugelegt. Als Grund für die jüngste Rally sehen Marktexperten die Gefahr eines bewaffneten Konflikts zwischen den USA und dem Iran. So sagt Alexander Zumpfe, Edelmetallhändler bei Heraeus: „Ausschlaggebend waren die mit der Tötung des iranisches Generals Soleimani durch die USA gestiegenen geopolitischen Unsicherheiten.“ Das Edelmetall gilt Investoren in Krisenzeiten als sicherer Hafen.

Carlo de Casa, Rohstoffexperte beim Brokerhaus ActivTrades, erwartet, dass die Goldrally anhält. „Weitere Gewinne sind wahrscheinlich, da der Markt auf mögliche iranische Vergeltungsschläge und die Reaktion der Amerikaner wartet.“ Auch aus technischer Sicht spreche einiges dafür, dass der Goldpreis die Marke von 1600 Dollar pro Unze bald durchbrechen könnte.

Der Preis habe ein Mehr-Jahres-Hoch bei 1550 Dollar ohne Mühe übertroffen. „Das unterstreicht, wie stark der Hunger der Investoren auf Gold ist“, erklärt de Casa. Anleger trennten sich angesichts der geopolitischen Risiken von riskanteren Anlagen wie Aktien und legten Kapital in Gold an.

Gold als sicherer Hafen

Dass der Goldpreis in Euro ein neues Allzeithoch markiert, in Dollar jedoch nicht, liegt an den Veränderungen des Euro-Dollar-Wechselkurses. Gold wird am Weltmarkt in Dollar gehandelt. 2011, als der Goldpreis in der US-Währung sein Allzeithoch von knapp 1900 Dollar erreichte, war der Euro gegenüber dem Dollar noch deutlich stärker. Daher kostete damals Gold in Euro rund 1400 Dollar pro Unze.

Der Euro-Goldpreis steigt aktuell stärker als der Dollar-Goldpreis, weil in Krisenzeiten sowohl Gold als auch die US-Währung gefragt sind. So sagt Daniel Briesemann, Analyst bei der Commerzbank: „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass in Krisenzeiten auch der US-Dollar als sicherer Hafen gefragt war.“

Auch Silber legt zu

Neben Gold sind auch andere Edelmetalle stark gefragt. Der Silberpreis legte um rund zwei Prozent auf 18,50 Dollar pro Unze zu. Traditionell wirkt der Silberpreis wie ein Hebel auf Gold: Beide Preise steigen und fallen gemeinsam, allerdings sind die Schwankungen bei Silber meist stärker ausgeprägt.

Auch Platin und Palladium verteuerten sich am Montag leicht. Aus Sicht von Coba-Experte Briesemann ist das überraschend: „Warum die industriellen Edelmetalle im aktuellen, von hoher Risikoaversion geprägten Marktumfeld steigen, erschließt sich uns auf den ersten Blick jedoch nicht.“  Platin und Palladium kommen vor allem in der Autoindustrie zum Einsatz.  

Laut Briesemann spricht vieles dafür, dass der jüngste Preisanstieg bei Edelmetallen von spekulativen Investoren an den Terminmärkten getrieben ist. Bei goldgedeckten Indexfonds (ETFs) hätten sich die Anleger dagegen zurückgehalten. Gold-ETFs werden vor allem von Profi-Investoren genutzt, die längerfristig von einem Anstieg der Goldpreise profitieren wollen. An den Terminmärkten wetten dagegen Hedgefonds und andere spekulative Investoren auf kurzfristige Schwankungen an den Rohstoffmärkten.

Mehr: Die geopolitischen Risiken bleiben hoch, die Zinsen niedrig – viele Experten rechnen 2020 mit weiter steigenden Goldpreisen.

„Gold ist ein sicherer Hafen in Krisenzeiten – aber kein sicheres Investment“
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