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Golden Globes 2020: Die Auszeichnungen sind vergeben | NZZ

Bei der Verleihung der Golden Globes in den USA triumphieren zahlreiche Produktionen aus dem Ausland. Der britische Regisseur Sam Mendes gewann mit seinem Kriegsdrama «1917» gleich zwei Preise.

Bei der Verleihung der Golden Globes in den USA triumphieren zahlreiche Produktionen aus dem Ausland. Der britische Regisseur Sam Mendes gewann mit seinem Kriegsdrama «1917» gleich zwei Preise.

(dpa/afp)

Das Kriegsdrama «1917» von Regisseur Sam Mendes hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen. Der Brite Mendes drehte das Werk ohne Schnitte in einer einzigen Einstellung – dafür nahm er auch den Preis für die beste Regie entgegen.

 Sam Mendes gewinnt mit seinem Kriegsdrama «1917» die Auszeichnungen für bestes Filmdrama und beste Regie.
Sam Mendes gewinnt mit seinem Kriegsdrama «1917» die Auszeichnungen für bestes Filmdrama und beste Regie.

Kevin Sullivan / Imago

Die Komödie «Once Upon a Time in Hollywood» von Regisseur Quentin Tarantino hat den Golden Globe als beste Filmkomödie gewonnen.

Weitere Topauszeichnungen

Der Film wurde noch mit zwei weiteren Preisen geehrt: Tarantino gewann jenen für das beste Drehbuch, Brad Pitt jenen für den besten Nebendarsteller. Die Golden Globes, nach den Oscars Hollywoods wichtigste Filmpreise, wurden in Beverly Hills zum 77. Mal vergeben.

Die amerikanische Schauspielerin Renée Zellweger holte den Golden Globe als beste Schauspielerin im Filmdrama «Judy» über die Schauspielikone und Sängerin Judy Garland. In der Männerriege gewann der amerikanische Schauspieler Joaquin Phoenix für seine Rolle im düsteren Thriller «Joker» den Globe als bester Dramadarsteller. Beste Hauptdarstellerin in der Sparte Komödie/Musical wurde die US-Komikerin und Musikerin Awkwafina für ihre Rolle in der Tragikomödie «The Farewell».

Bester Filmsong

Gleich zwei Auszeichnungen gab es auch für «Rocketman» über das Leben des Sängers Elton John: Der Brite Taron Egerton gewann den Golden Globe als bester Hauptdarsteller in der Sparte Komödie/Musical – und Elton John selbst wurde für den besten Filmsong geehrt.

Zum fünften Mal stand der britische Komiker Ricky Gervais als Gastgeber auf der Bühne. Zwei Ehrenpreisträger standen vorab schon fest. Die amerikanische Moderatorin Ellen DeGeneres erhielt den Carol-Burnett-Preis als Ehrung für besondere TV-Persönlichkeiten. Tom Hanks wurde mit dem Cecil B. DeMille Award für sein Lebenswerk gewürdigt.

Weitere Auszeichnungen

Als beste Schauspielerin in einem Drama wurde die Britin Olivia Colman als Queen Elizabeth II. in der Netflix-Serie «The Crown» ausgezeichnet. In der Comedy-Kategorie gewann «Fleabag» von BBC als beste Serie. Deren Autorin Phoebe Waller-Bridge spielt darin eine einsame Grossstädterin. Die Londonerin gewann auch den Preis als beste Hauptdarstellerin in einer Comedy-Serie.

Bester Komödien-Hauptdarsteller wurde Ramy Youssef für seine autobiografische Serie «Ramy» über einen US-Mittzwanziger mit ägyptischen Wurzeln. Produziert wird «Ramy» von Hulu.

Das sozialkritische Thriller-Drama «Parasite» aus Südkorea hat den Golden Globe in der Sparte «bester nicht englischsprachiger Film» geholt. Regisseur Bong Joon Ho nahm die Trophäe entgegen. Der Film um eine vierköpfige ärmliche Familie, die sich bei reichen Leuten einschleicht, ist auch in den Sparten Regie und Drehbuch nominiert. «Parasite» hatte im vorigen Jahr am Filmfestival in Cannes als erster südkoreanischer Film die Goldene Palme gewonnen.

Laura Dern gewann zum fünften Mal den begehrten Preis, in diesem Jahr für ihre Nebenrolle in «Marriage Story».
Laura Dern gewann zum fünften Mal den begehrten Preis, in diesem Jahr für ihre Nebenrolle in «Marriage Story».

Handout Reuters

Beste Nebendarstellerin

Die amerikanische Schauspielerin Laura Dern gewann die fünfte Golden-Globe-Trophäe in ihrer Laufbahn. Für ihre Rolle als gerissene Anwältin im Netflix-Scheidungsdrama «Marriage Story» wurde sie in der Nacht zum Montag in Beverly Hills zur besten Nebendarstellerin gekürt.

Bester Hauptdarsteller in einer Miniserie wurde der Australier Russell Crowe als TV-Produzent Roger Ailes in «The Loudest Voice». Er nutzte seine Dankesrede bei den Golden Globes für einen eindringlichen Appell zur weltweiten Klimapolitik. «Die Tragödie in Australien basiert auf dem Klimawandel», liess Crowe von Laudatorin Jennifer Aniston verlesen. Sie erklärte, er sei wegen der Buschbrände bei seiner Familie in Australien geblieben.

Politischer Appell

«Wir müssen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse handeln, weltweit unsere Arbeitskraft auf erneuerbare Energien umstellen und unseren Planeten als den einzigartigen und wunderbaren Ort respektieren lernen, der er ist», zitierte Aniston ihn weiter. Crowe gewann am Sonntagabend in Los Angeles den Preis als bester Hauptdarsteller in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm für «The Loudest Voice». Darin spielt er Roger Ailes, Produzent des rechtskonservativen Fernsehsenders Fox News.

Zuvor waren zahlreiche Stars pompös an der Gala eingetroffen. Nicole Kidman flanierte in Knallrot und schulterfrei. Elton John kam mit rosaroter Sonnenbrille, und Jennifer Lopez zeigte sich mit riesiger gold-grüner Schleife auf ihrem Dress.

Über die Auszeichnungen des Verbands der Auslandspresse (HFPA) in 25 Film- und Fernsehkategorien entscheiden rund 90 internationale Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten. Bei den Oscars stimmen fast 9000 Filmschaffende ab. Die Academy Awards werden am 9. Februar vergeben.

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