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Schweizer Musik-Spendenaktion: Das Ghost Festival steht kurz vor der 1-Million-Franken-Marke

Obwohl das Festival gar nicht stattfindet, wurden bereits zehntausende Tickets verkauft. Passiert nun am Samstag und Sonntag überhaupt etwas, oder bleibts wirklich still?

Publiziert26. Februar 2021, 11:07

Obwohl das Festival gar nicht stattfindet, wurden bereits zehntausende Tickets verkauft. Passiert nun am Samstag und Sonntag überhaupt etwas, oder bleibts wirklich still?
von Stephanie Vinzens
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Rund 300 Schweizer Musikacts bilden das Line-up des Ghost Festival. Der Erlös aus dem Ticketverkauf geht sowohl an die Musiker*innen als auch deren Crews. Rund 1300 Musikschaffende werden schlussendlich durch die Aktion unterstützt. Teil des Line-ups sind unter anderem folgende Künstler*innen: die Berner Rapperin Steff la Cheffe (33). 

Rund 300 Schweizer Musikacts bilden das Line-up des Ghost Festival. Der Erlös aus dem Ticketverkauf geht sowohl an die Musiker*innen als auch deren Crews. Rund 1300 Musikschaffende werden schlussendlich durch die Aktion unterstützt. Teil des Line-ups sind unter anderem folgende Künstler*innen: die Berner Rapperin Steff la Cheffe (33).

Instagram/stefflacheffmusic
Elektro-Punk Tobias Jundt aka Bonaparte.

Elektro-Punk Tobias Jundt aka Bonaparte.

Instagram/bonaparte
Das Freiburger Glitch-Hop Duo Crème Solaire. 

Das Freiburger Glitch-Hop Duo Crème Solaire.

Instagram/augeilrecords
  • Dieses Wochenende steht das Ghost Festival aka «Das Festival, das nicht stattfindet» an.

  • Es handelt sich sich dabei um eine unkonventionelle Spendenaktion für rund 1300 Schweizer Musikschaffende.

  • Wie viele Spenden gesammelt wurden und wie das Festivalwochenende aussehen wird.

Im Dezember hat das Berner Kollektiv Ghost Club das Ghost Festival ins Leben gerufen. Eine als nicht stattfindendes Festival verpackte Spendenaktion: Wer ein Ticket kauft, kriegt dafür keinen Openair-Pass oder ein virtuelles Konzert, sondern unterstützt damit 1300 Schweizer Musikschaffende, die aufgrund der Pandemie nun seit einem Jahr nicht mehr richtig arbeiten können.

Kurz vor dem Nicht-Anlass fragen wir bei den Nicht-Macher*innen nach dem Spendenstand – und was uns dieses Weekend (nicht?) erwartet.

Die Millionenmarke

Für die zwei Festivaltage am 27. und 28. Februar wurden bisher zusammen rund 27’000 Tickets verkauft. Eintagespässe sind für jeweils 20 Franken zu haben, Zweitagespässe kosten 50 Franken. Einen VIP-Pass gibts für 100 Franken. «Finanziell bewegen wir uns in einem hohen sechsstelligen Bereich», beziffert Kollektiv-Mitglied Gisela Feuz den aktuellen Spendenstand vage.

Auch wenn aktuell noch keine konkreten Zahlen kommuniziert werden, scheint sich die Summe nahe an der Millionenmarke zu bewegen. Die Mediensprecherin teilt mit: «Wir hoffen, die magische siebte Ziffer zu knacken.» Damit hätte das Team nicht gerechnet: «Wir sind absolut überwältigt und freuen uns enorm über die grosse Solidarität gegenüber den Schweizer Musikschaffenden!»

Die Totenstille

Doch was passiert nun genau am kommenden Festivalwochenende? «Gemäss unserer Kommunikation seit Tag eins wird es am Festival-Weekend auf unseren Kanälen still sein. Es wird wirklich nichts passieren. Das würde komplett gegen die Idee des Ghost Festivals sprechen», so Feuz.

Sie führt aus: «Unsere Absicht ist es, Musikschaffenden einerseits unter die Arme zu greifen und andererseits Danke zu sagen für ihre Arbeit, die sie schon die ganze Zeit über gemacht haben.» Dennoch ist es den Acts natürlich nicht untersagt, selbstständig etwas zu organisieren. Gut denkbar wäre, dass einige Künstler*innen also auf Instagram ein Überraschungs-Ständchen singen.

Die Geister-CD

Statt Livemusik gibt es dafür am Freitag, einen Tag vor dem Pseudo-Festivalstart, einen CD-Release. Beteiligt sind 187 Schweizer Bands, die auch Teil des Festival-Line-ups sind. Gemeinsam bilden diese als Ghost Orchestra die weltweit grösste Supergroup.

Doch natürlich gibt es einen Twist: Statt herkömmlicher Songs haben die Acts jeweils einen eigenen Geistertrack beigesteuert, auf dem tatsächlich nur gespenstische Geräusche zu hören sind. Die Platte soll als Gesamtkunstwerk verstanden werden, das die aktuelle Lage der vorübergehend nicht existierenden Livemusik festhält.

Das Nachbeben

Auch nach Festivalende können Interessierte auf der Website noch bis Mitte März Unterstützungsbeiträge tätigen. Im Webshop wird zudem mindestens ebenso lang Ghost-Festival-Merchandise verkauft.

Was danach aus dem Festival werde, «steht noch in den Sternen», wie Feuz sagt: «Ich denke, dass es in derForm eine einmalige Sache war. Aber man soll ja bekanntlich niemals nie sagen.»

20 Minuten ist Medienpartnerin des Ghost Festivals.

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