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Der FC Winterthur unterliegt in der Super League Servette und ...

Der FC Winterthur unterliegt in der Super League Servette und
Der FC Winterthur verliert in der Super League zum dritten Mal in Serie, gar zum vierten Mal schiesst er kein Tor. Das lässt Matteo Di Giusto philosophisch werden.

Keine Tore, keine Punkte – der FCW unterliegt Servette

Der FC Winterthur verliert in der Super League zum dritten Mal in Serie, gar zum vierten Mal schiesst er kein Tor. Das lässt Matteo Di Giusto philosophisch werden.

Gregory von Ballmoos
Publiziert heute um 17:40 Uhr

Stefanos Kapino pariert gegen Dereck Kutesa. Der Torhüter ist der beste Winterthurer.

Foto: Walter Bieri (Keystone)

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Servette-Trainer Thomas Häberli wechselt nach einer Stunde zum ersten Mal. Er bringt Jérémy Guillemenot, er bringt die Erfahrung von immerhin 179 Super-League-Spielen mit und war einst in der «la Masia», der Jugendabteilung von Barcelona, und Häberli bringt Dereck Kutesa, der debütierte am 26. März in der Schweizer Nationalmannschaft.

FCW-Trainer Ogi Zaric wechselt bereits zur Pause. Silvan Sidler muss raus, es kommt Albin Krasniqi, zwölf Spiele in der Super League und kein Rechtsverteidiger wie Sidler. Er reiht sich dann auch eine Linie weiter vorne ein. Basil Stillhart, eigentlich ein Mittelfeldspieler, hilft hinten rechts aus. Es sagt vieles über das Kräfteverhältnis und die Möglichkeiten zwischen dem FC Winterthur und Servette Genf.

Nach diesem Wechsel stellt der FCW sein System wieder um. Vom 4-2-2-2, das in Luzern sehr gut funktioniert hat, zurück auf das gewohnte 4-2-3-1. «Wir wollten so die Räume auf den Seiten bespielen», sagt Zaric. Das versuchte sein Team eigentlich schon in der ersten Halbzeit, aber da kamen die Aussenverteidiger nicht dahin. Mit dem Flügel gelingt es besser.

Stillhart macht seine Aufgabe ordentlich, in der Nachspielzeit rettet er gar noch auf der Linie. Aber damit verhindert er die Niederlage natürlich auch nicht.

Penalty als einziges Tor

Denn diese ist da bereits besiegelt. Und von seinen «neuen Positionskollegen» eingeleitet. Die beiden Aussenverteidiger Silvan Sidler und Souleymane Diaby stehen in der Startphase im Mittelpunkt. Sidler, weil er – schon wieder – einen Fehlpass spielte und damit Enzo Cirvelli die Chance auf das 1:0 schenkt. Der Genfer Stürmer kann allein auf Stefanos Kapino im Winterthurer Tor ziehen. Kapino, übrigens der beste Winterthurer, parierte. Das ist nach knapp 10 Minuten.

Diaby steht nur wenig später im Fokus. Nach einem unnötigen Ballverlust von Schneider im Mittelfeld kann von Moos unbedrängt flanken, weil Sidler nicht genügend nahe bei ihm ist. Diaby verpasst den Ball in der Mitte mit dem Kopf und pariert dann den Nachschuss mit dem Unterarm. Crivelli verwandelt den fälligen Elfmeter in der 21. Minute zum 1:0.

Diesem Rückstand rennt der FCW nun nach. Er tut dies je länger je besser, und nach dem Spiel darf Trainer Zaric sagen: «Wir haben das gut gemacht und genug kreiert, um einen Punkt zu holen.» Das stimmt so weit. Albin Krasniqi hat eine Kopfballchance nach einer Flanke von Fofana und kurz vor Schluss klärt Theo Magnin für die Genfer auf der Linie. Aber es ist auch so, dass Steve Rouiller einen Kopfball an den Pfosten setzt und Kapino mehrmals gegen allein auf ihn zustürmende Genfer klärte. Aber ja, der FCW ist näher dran als gegen Luzern oder Sion, aber er schiesst kein Tor. Schon wieder. Vier Spiele ist er in der Meisterschaft nun ohne Tor. Und schon wieder verliert er – zum dritten Mal in Serie. «Es ist etwas knorzig im Moment», sagt Matteo Di Giusto zur Offensive. Es brauche einen «Dosenöffner», meint er. Also ein Tor, nur eben das will den Winterthurern nicht gelingen. Und je länger das so ist, desto dringender wird es. Es ist ein Teufelskreis. Am Donnerstag haben die Winterthurer ein Testspiel gegen Thun angesetzt, das könnte helfen.

«Wie überall im Leben»

Doch an was liegt es denn? Trainer Zaric sieht die Gründe auch im Personal. Er zählt auf: «Chiappetta 0 Tore in der Super League, Christian Gomis 0 Tore in der Super League, Maluvunu zwei Kurzeinsätze in der Super League, Krasniqi 1 Tor in der Super League. Wenn man diese Liste sieht, beantwortet das die Frage relativ schnell.» Man müsse nur schauen, wo die Spieler letzte Saison gespielt hätten – kaum einer in der Super League. «Da kann man nicht erwarten, dass sie die Liga kurz und klein schiessen», sagt Zaric. Er ist sichtlich angefressen, weil er glaubte, nahe am Punkt gewesen zu sein. Und das gegen ein Servette, das beinahe mit demselben Team antreten konnte wie in der letzten Saison im Cup Halbfinal an der gleichen Stelle.

Immerhin kann der FC Winterthur am Samstagmorgen den Zuzug von Josias Lukembila vermelden. Der Flügelstürmer kommt vom Paris FC aus der zweiten französischen Liga. Zu denken, dass Lukembila alle Probleme des FCW löst, wäre naiv. Aber er ist einer der Güteklasse Nishan Burkarts oder Fabian Rohners – also einer, der bei einem Team aus den hinteren Gegenden der Super League durchaus eine Leaderfunktion übernehmen kann. «Die Nationalmannschaftspause dient uns, ihn zu integrieren», sagt Zaric.

Offensivspieler Di Giusto, der noch immer einziger Liga-Torschütze des FCW ist, sieht es gelassener als sein Trainer. Deswegen dürfe man keine Panik schieben, sagt er. «Das ist Fussball, es braucht nur ein Quäntchen Glück.» Und fügt fast philosophisch an: «Es ist wie überall im Leben, man muss einfach dran bleiben.»

Schützenwiese, Winterthur.- 8100 Zuschauende.- SR: San

Tore: 21. Crivelli (Handspenalty)

FCW: Kapino; Sidler (46. Krasniqi), Arnold, Lekaj, Diaby; Stillhart, Araz (84. Gomis); Di Giusto, Schneider (62. Durrer); Chiappetta (62. Maluvunu), Fofana.

SFC: Frick; Mazikou (70. Sawadogo), Rouiller, Severin, Magnin; Stevanovic, Cognat, Ondoua, von Moos (59. Kutesa); Antunes; Crivelli (59. Guillemenot).

Bemerkung: FCW ohne Schättin, Zuffi, Durrer, Schmid, Rohner, Kuster, Burkart, Jankewitz (alle verletzt), Buess (krank), Baroan (gesperrt) und Lukembila (nicht spielberechtigt).

Verwarnungen: 19. Diaby (Foul). 66. Mazikou (Foul). 82. Zaric (Reklamieren)

Gregory von Ballmoos ist Sportredaktor. Er hat die Diplomausbildung am Medienausbildungszentrum (MAZ) absolviert und schreibt hauptsächlich über den FC Winterthur.Mehr Infos@GvonBallmoos

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