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Nach einer Nacht zurück an der Spitze: Der FC St.Gallen bezwingt Servette 1:0 und überholt YB erneut

Der FCSG gewinnt auch das dritte Spiel der Rückrunde. Die St.Galler bezwingen Servette mit 1:0 und stossen YB damit nach einer Nacht wieder vom Leaderthron. Massgeblich zum Sieg beigetragen hat Goalie Lawrence Ati Zigi, der sein Team in der zweiten Halbz

Der FCSG gewinnt auch das dritte Spiel der Rückrunde. Die St.Galler bezwingen Servette mit 1:0 und stossen YB damit nach einer Nacht wieder vom Leaderthron. Massgeblich zum Sieg beigetragen hat Goalie Lawrence Ati Zigi, der sein Team in der zweiten Halbzeit vor einem Genfer Ausgleichstreffer bewahrte.

Den Sieg über die Zeit gebracht: Captain Silvan Hefti (links), Cedric Itten (in Schwarz), Goalie Lawrence Ati Zigi und Verteidiger Leonidas Stergiou (rechts) feiern mit ihren Teamkollegen den Sieg über Servette.
Den Sieg über die Zeit gebracht: Captain Silvan Hefti (links), Cedric Itten (in Schwarz), Goalie Lawrence Ati Zigi und Verteidiger Leonidas Stergiou (rechts) feiern mit ihren Teamkollegen den Sieg über Servette.

Bild: Freshfocus

Die Tore
  • 1:0, 30.Minute, Cedric Itten: Nach starker Vorarbeit von Captain Silvan Hefti kann St.Gallens Nationalspieler auf der rechten Seite vorpreschen. Er zieht aus spitzem Winkel ab und trifft ins lange Eck. Der Ball landet via Innenpfosten im Tor.
Die Spiel-Analyse

«Steht auf, wenn ihr St.Galler seid» schallt es durch den Kybunpark. Der Ball ist eben erst angerollt, doch die 16'256 angereisten FCSG-Fans feiern ihre Mannschaft, als hätte diese den Sieg bereits in der Tasche. Lange müssen die Anhänger auch nicht auf die erste gute Torchance warten. Schon in der 5. Minute spielt Lukas Görtler Jérémy Guillemenot an, dieser nimmt den Ball vor dem Tor direkt ab. Genfs Goalie Jérémy Frick kann den Ball jedoch noch am Pfosten vorbei lenken.

Lawrence Ati Zigi, Note 6. St. Gallens Goalie rettet viermal hervorragend vor heranstürmenden Servettiens. Er markiert zudem Präsenz im Strafraum. Ein sehr starker Rückhalt.

Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

Auch in der Folge haben die offensiv starken St.Galler den Vorwärtsgang eingelegt. Die Gäste aus Genf können zunächst kaum Akzente setzen. Die bis zu diesem Zeitpunkt beste Chance erspielen sich die Espen nach ihrem zweiten Eckball in der 14. Minute. Doch welcher St.Galler im Gewühl vor dem Servette-Tor auch versucht, den Ball hinter die Linie zu bugsieren, es gelingt nicht. In der Folge demonstrieren die Genfer, warum sie derzeit als formstärkstes Team der Super League bezeichnet werden. Immer wieder lancieren die Westschweizer schnelle Konter. In der 25. Minute bezwingt Varol Tasar St.Gallens Goalie Lawrence Ati Zigi – aber nur vermeintlich. Schiedsrichter Luca Piccolo annulliert das Tor sofort. Tasar steht im Offside.

In den ersten 20 Minuten hatte St.Gallens Torhüter Lawrence Ati Zigi nicht viel zu tun, doch dann drehte Servette auf. Im Bild: Miroslav Stevanovic wird von der St.Galler Abwehr vergessen, vergibt aber seine Chance.
In den ersten 20 Minuten hatte St.Gallens Torhüter Lawrence Ati Zigi nicht viel zu tun, doch dann drehte Servette auf. Im Bild: Miroslav Stevanovic wird von der St.Galler Abwehr vergessen, vergibt aber seine Chance.

Bild: Freshfocus

St.Gallen lässt sich vom Beinahe-Rückschlag aber nicht beirren und versucht gleich wieder, Druck aufzubauen. Mehrmals fehlt nicht viel zur St.Galler Führung. In der 38. Minute zappelt der Ball endlich in den Maschen: Cedric Itten zieht aus spitzem Winkel ab, der Ball landet via Innenpfosten im Tor.

Jubel über Cedric Ittens (Mitte) Führungstreffer.
Jubel über Cedric Ittens (Mitte) Führungstreffer.

Bild: Freshfocus

Zum Glück liefert der FCSG seinen Fans vor der Pause einen Grund zum Jubeln und Aufspringen. Das hält ein bisschen warm, denn Sturm «Sabine» macht sich langsam aber sicher bemerkbar – es ist deutlich kühler geworden im Kybunpark seit dem Anpfiff.

St.Galler Pausenritual: Bevor es in die Garderobe geht, versammelt Trainer Peter Zeidler seine Spieler um sich.
St.Galler Pausenritual: Bevor es in die Garderobe geht, versammelt Trainer Peter Zeidler seine Spieler um sich.

Bild: Keystone

Die zweite Halbzeit beginnt, es gibt keine Wechsel. St.Gallen startet kraftvoll und sucht gleich wieder den Weg nach vorne. Aber auch Genf kommt zu Chancen, Zigi verhindert jedoch Mal für Mal einen Ausgleichstreffer. Bei jeder Parade des St.Galler Neuzugangs schallen Zigi-Rufe durchs Stadion. Am lautesten, als Zigi einen Schuss von Koro Kone eindrücklich pariert. St.Gallen hat es in dieser Phase vor allem seinem Torhüter zu verdanken, dass es in Führung bleibt. In der 70. Minute nimmt St.Gallens Trainer Peter Zeidler den ersten Wechsel vor: Boris Babic kommt für Guillemenot und soll neuen Schwung bringen.

Peter Zeidler und sein Team wissen, wem sie es zu verdanken haben, dass Genf in der zweiten Halbzeit nicht ausgleichen konnte: Torhüter Lawrence Ati Zigi.
Peter Zeidler und sein Team wissen, wem sie es zu verdanken haben, dass Genf in der zweiten Halbzeit nicht ausgleichen konnte: Torhüter Lawrence Ati Zigi.

Bild: Keystone

In der 76. Minute geraten Ruiz und Steve Rouiller im Genfer Strafraum aneinander. Daraufhin muss Ruiz auf dem Platz gepflegt werden. Schiedsrichter Piccolo hat die rote Karte bereits in der Hand – und zeigt sie dem St.Galler wegen Nachtretens, sobald dieser aufstehen kann.Ruiz wird sich noch am Abend via Soziale Medien beim FCSG und den Fans entschuldigen. Auch wenn er das ganze Spiel über provoziert worden sei, sei sein Verhalten nicht richtig gewesen, so der Spanier.

Victor Ruiz sieht Rot.
Victor Ruiz sieht Rot.

Bild: Keystone

Die Espen stehen nun noch zu zehnt auf dem Platz. Roullier erhält Gelb. In der Schlussphase kommen nochmals richtig Emotionen ins Spiel. Tore fallen allerdings keine mehr. Mit diesem Sieg stösst der FC St.Gallen die Berner Young Boys nach einer Nacht wieder vom Leaderthron:

Der Beste
Torhüter Lawrence Ati Zigi.
Torhüter Lawrence Ati Zigi.

Bild: Keystone

Mehrere St.Galler zeigen sich einmal mehr von ihre besten Seite. Im Tor hält Lawrence Ati Zigi Mal um Mal spektakulär den Sieg fest.

Von den Feldspielern am überzeugendsten ist Silvan Hefti – mit seiner Kombination aus defensiver Stabilität, Ruhe und Vorwärtsdrang. Hefti ist nur schwer vom Ball zu trennen.

Der Schlechteste
Jeremy Guillemenot.
Jeremy Guillemenot.

Bild: Keystone

Diesen Stempel hat auch diesmal kein St.Galler verdient. Betim Fazliji ist aber anzumerken, dass er als Aussenverteidiger nicht auf seiner angestammten Position spielt.

Und Jérémy Guillemenot könnte hinter der Spitze noch etwas zwingender werden in seinen Aktionen.

Der Ausfall

Die erste Panne gab es bereits vor dem Spiel. Die grossen Screens, die zu beiden Seiten des Spielfelds oberhalb der Tore montiert sind, funktionierten nicht. So musste Platzspeaker Joe Keller die Mannschaftsaufstellung ohne die gewohnten Animation auf den Bildschirmen präsentieren. Zum Glück kennen die FCSG-Fans ihr Team in- und auswendig und riefen die Namen der Spieler auch ohne «Spick» lautstark durchs Stadion. Nach rund 10. Spielminuten waren die Bildschirme wieder in Betrieb. Beim FCSG wird man sich denken: Lieber eine Panne bei der Technik als auf dem Platz.

Ausfall vor dem Spiel: Die beiden grossen Monitore funktionierten nicht.
Ausfall vor dem Spiel: Die beiden grossen Monitore funktionierten nicht.

Bild: Daniel Walt

Die Fans

Die St.Galler Anhänger liessen nichts anbrennen: Schon beim Einlaufen der beiden Teams wurden im Espenblock Pyrofackeln gezündet, beim annullierten Tor der Genfer brannte bereits die nächste Pyro. Und auch nach St.Gallens Führungstreffer und der Pause wurde gezöselt. Mehrmals musste der Stadionsprecher an diesem Nachmittag auf das Pyroverbot hinweisen.

Schon vor dem Anpfiff zündeten die FCSG-Anhänger Pyros.
Schon vor dem Anpfiff zündeten die FCSG-Anhänger Pyros.

Bild: Stephanie Martina

Es ist nicht das erste Mal dieses Wochenende:

Der St.Galler Kantipark leuchtete wegen Pyrofackeln rot.
Der St.Galler Kantipark leuchtete wegen Pyrofackeln rot.

Bild: Leserbild

Bereits am späten Samstagabend musste die Stadtpolizei St.Gallen ausrücken, weil eine Gruppe von rund 30 Personen im St.Galler Kantipark Pyros gezündet hatte. «Und zwar massiv, der Park war rot erleuchtet», erklärte Dionys Widmer, Sprecher der St.Galler Stadtpolizei, auf Anfrage. Vorderhand bleibt somit offen, ob die Aktion im Kantipark Anhängern des FC St.Gallen zuzuschreiben ist.

Als die Einsatzkräfte die Personengruppe kontrollieren wollten, ergriffen die Verdächtigen die Flucht. Es gelang der Polizei aber, einen 28-jährigen Mann anzuhalten. Beweismittel fanden die Polizisten jedoch weder in einem nahegelegenen Lokal, in welches sich die Unbekannten begaben, noch bei weiteren Personendurchsuchungen.

Schon als Servette das letzte Mal im Kybunpark zu Gast war, wurde im St.Galler Fanblock pyrotechnisches Material gezündet. Bereits beim letzten Besuch der Genfer im vergangenen September brannte es im Espenblock lichterloh. Aus Anlass ihres Zehn-Jahr-Jubiläums zündete die FCSG-Fangruppierung «Saint Brothers» während praktisch 90 Minuten massenhaft Pyros.

(Bild: Urs Bucher)
Die Reaktionen

FCSG-Trainer Peter Zeidler: «Es war am Ende ein glücklicher Sieg. Ich kann mich an kein Spiel erinnern, in dem wir so viele Chancen zugelassen haben. Ich kann noch nicht erklären woran das lag. Jedenfalls haben wir einen Torhüter in Weltklasseform gebraucht, der vier Grosschancen der Genfer vereitelt. Die rote Karte hat uns auch nicht geholfen, aber wir haben das Resultat zusammen mit den Zuschauern über die Zeit gerettet. Die erste Halbzeit war ja nicht schlecht, da haben wir uns einige Chancen erarbeitet. Und man darf nicht vergessen: Wir haben heute gegen ein Team gewonnen, das kürzlich Basel und die Young Boys besiegt hat.»

Torhüter Lawrence Ati Zigi: «Dieser Sieg freut mich sehr, wir haben gut zusammengearbeitet. Und ich merkte, wie bereits im ersten Spiel, wie das Publikum hinter mir steht. Es war eine Freude. Schön konnte ich mit meinen Paraden helfen.»

Mittelfeldspieler Lukas Görtler:  «Wir haben einen grossen Kampf an den Tag gelegt, und deshalb wohl auch verdient gewonnen. Doch Servette hatte seine Chancen. Teilweise gab es da einige Löcher bei uns in der Rückwärtsbewegung. Das ist nicht ein Thema der hintersten Reihe, da muss das gesamte Team noch besser arbeiten. Wir wussten, dass Servette ebenfalls einen Lauf hat und dass es schwer wird für uns. Aber wir haben ja auch sehr viele gute Chancen kreiert, besonders in der ersten Hälfte. Wie gut wir mental funktionieren, zeigte sich am Schluss: Als wir nur noch zu zehnt spielten, rückten wir noch einmal zusammen – und liessen weniger zu als zuvor.»

Servette-Trainer Alain Geiger: «Wir haben gut gespielt, uns fehlte nur das Tor. St.Gallen lieferte eine gute Partie, am Ende machte aber vor allem die Effizienz den Unterschied. Wir können noch viel lernen in dieser Hinsicht.»

Augen zu und durch: Das formstarke Servette und sein Trainer Alain Geiger müssen sich in St.Gallen geschlagen geben.
Augen zu und durch: Das formstarke Servette und sein Trainer Alain Geiger müssen sich in St.Gallen geschlagen geben.

Bild: Freshfocus

Das Spiel im Liveticker nachlesen:
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