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Super League – Nach «Katastrophenauftritt» - Sion gewinnt beim FCZ

Die Zürcher verlieren gegen die Walliser 0:2 und zum fünften Mal in Folge. Setzt sich der Trend fort, müssen sie sogar um den Ligaerhalt zittern.
Die Zürcher verlieren gegen die Walliser 0:2 und zum fünften Mal in Folge. Setzt sich der Trend fort, müssen sie sogar um den Ligaerhalt zittern.
Aktualisiert vor 14 Minuten

Sion lag im Corona-Nachtragsspiel der 30. Runde nach rund einer halben Stunde verdient vorne. Roberts Uldrikis (34.) verwandelte eine Flanke von Lenjani per Kopf zur Führung. Es war der erste Treffer des Letten seit dem 28. September 2019. «Endlich, darüber bin ich sehr froh», sagte er. Weil Domgjoni (45.) nur die Latte traf, blieb es bis zur Halbzeit bei diesem einen Treffer. In der Nachspielzeit traf Filip Stojilkovic zum 2:0-Endstand und er hat Folgen: Xamax ist definitiv abgestiegen. Servette hat einen Europacupplatz auf sicher.

Und der FCZ?

Nach der fünften Niederlage in Folge kann er alle Träume vom europäischen Geschäft begraben. Und zum Ärger von Canepa gesellt sich nun Sorge. Sorge, noch auf den Barrage-Platz abzurutschen, von dem der FCZ nur noch sechs Punkte entfernt ist. Die Zürcher müssen erst nach Luzern und empfangen in der letzten Runde Thun. Sion hat YB zu Gast und reist noch zum Romandie-Derby nach Genf - kein einfaches Spiel.

Canepa wegen der Leistung besorgt

Präsident Ancillo Canepa verfolgte zum ersten Mal seit seinem positiven Corona-Test seinen FCZ live im Stadion. Es gehe ihm gut und wäre der Fussball nicht, müsste er sich auch nicht so viel ärgern, sagte der 67-Jährige gegenüber Teleclub.

Canepa verpasste während seiner Isolation vier Spiele, die Zürich allesamt verlor. Vier Niederlagen in Folge gab es unter Trainer Magnin noch nie. «Die Coronakrise warf uns total aus der Bahn. Und auch was ich heute gesehen habe, stimmt mich unglücklich», so Canepa. (ete)

«Ich habe Unsicherheit in der Mannschaft gespürt»

Ludovic Magnin und Stimmen aus dem Sittener Lager zum Nachtragspiel zwischen dem FCZ und Sion im Letzigrund. (Video: Eva Tedesco)

Zürich Zürich

0 : 2

Sion Sion

FCZ-Trainer Magnin sagt nach dem Match bei Teleclub: «Die Leistung der 1. Halbzeit macht es schwierig, ein Spiel zu gewinnen. Wir konnten trotz einer früher Konterchance kein Tor erzielen. Danach erhielten wir einen vermeidbaren Gegentreffer.»

Angesprochen auf Kevin Rüegg, der im Interview nach dem Spiel niedergeschlagen wirkte, antwortete er: «Es ist richtig, dass die Spieler so kurz nach dem Schlusspfiff traurig und leer sind. Wir befinden uns in einem schwierigen Moment. Ich als Trainer muss vorangehen.» Der FCZ braucht mindestens einen Punkt, um den Fall auf den Barrageplatz auszuschliessen. Am Freitag müssen die Zürcher in Luzern antreten.

«In drei Tagen spielen wir wieder und wir werden diesen Punkt am Freitag holen», sagte Magnin. «Wenn der Trainer vorne Zweifel hat, wird es schwierig. Wir schauen gemeinsam nach vorne. In der 2. Halbzeit haben wir besser gespielt aber momentan schaffen wir es nicht, über 90 Minuten eine gute Leistung abzurufen.»

Xamax ist definitiv abgestiegen, Sion verdrängt Thun auf den Barrageplatz aufgrund des besseren Torverhältnis. Auch der FCZ kann noch auf den zweitletzten Platz fallen. Ein Punkt aus den letzten zwei Spielen reicht ihm, um dies zu verhindern.

Xamax ist definitiv abgestiegen, Sion verdrängt Thun auf den Barrageplatz aufgrund des besseren Torverhältnis. Auch der FCZ kann noch auf den zweitletzten Platz fallen. Ein Punkt aus den letzten zwei Spielen reicht ihm, um dies zu verhindern.

Screenshot/sfl.ch

Claudio Marchesano nennt die Leistung des FC Zürich in der 1. Halbzeit eine «Katastrophe».

Sions Abwehrchef Jan Bamert ist sehr zufrieden mit der Leistung. «Jeder setzte sich für jeden ein und wir blockten unzählige Schüsse.»

Goalie Fickentscher kommentiert Sions Leistung: Sie haben eine bärenstarke Mannschaft gesehen. «Wir haben eine gute Balance zwischen Angriff und Verteidigung gefunden.»

FCZ-Verteidiger Kevin Rüegg: «Uns fällt es im Moment schwer, auf einen Rückstand zu reagieren. Wir haben zu wenig Aufwand betrieben, um das Spiel zu gewinnen. Wir werden in den letzten zwei Spielen alles geben, um die Barrage zu vermeiden.»

Spielende

Sion gewinnt beim FC Zürich 2:0.

94. Minute

Tor für den FC Sion! Stojilkovic trifft ins verlassene Tor. Sion kann den Ball nach dem Eckball erobern und kann zu zweit auf das leere Zürcher Tor losrennen. Stojilkovic schiebt ein - jubelt aber nicht. Er zeigt eine entschuldigende Geste, denn der 20-Jährige durchlief beim FCZ die Juniorenstufen. Es ist sein erstes Tor in der Super League.

Goalie Yanick Brecher macht sich auf in den gegnerischen Strafraum. Kololli tritt an und zieht den Ball auf den ersten Pfosten. Noch einmal gibt es Corner, Tramezzani gestikuliert an der Seitenlinie, weil die Nachspielzeit bereits abgelaufen ist.

Pa Modou versucht eine Verzweiflungsflanke von der linken Seite, doch Sions Verteidigung steht sicher. Corner für den FCZ.

Theler trifft die Torumrandung! Eben erst gerade eingewechselt, schlenzt Theler den Ball an den Pfosten. Brecher wäre chancenlos gewesen.

Drei Minuten werden nachgespielt. Sion behält den Ball geschickt in den eigenen Reihen. Zürich hat keine Energie mehr, den Bällen nachzujagen.

Kasami kommt immer wieder zu Torchancen, es fehlt ihm aber die Präzision und Überzeugung im Abschluss.

Noch eine Minute bis zur Nachspielzeit. Dem FC Zürich fehlt eine zündende Idee, ein Antreiber im Mittelfeld, der den Ball verteilt und nach vorne bringt. Sion steht dem zweiten Treffer näher als das Heimteam dem Ausgleich.

86. Minute

Nun spielt auch Tramezzani seinen letzten Trumpf. Lenjani wird vom 19-jährigen Oberwalliser Sandro Theler ersetzt.

Grosschance für Sion! Ein Konter endet bei Pajtim Kasami, doch der einstige Schweizer Nationalspieler kann das Spiel nicht entscheiden. Rüegg rettet mit einem starken Tackling und blockt den Schuss.

Zürich erhält Möglichkeit um Möglichkeit, Eckbälle zu treten. Wirklich gefährlich wird es aber nicht, Sion-Goalie Fickentscher muss nicht eingreifen. Sion hat kaum mehr Ballbesitz und beschränkt sich aufs Verteidigen. Abwehrchef Jan Bamert hält die Verteidigung zusammen.

82. Minute

Simon Sohm kommt für Hekuran Kryeziu, es ist der letzte FCZ-Wechsel. Auch Paolo Tramezzani wechselt: Itaitinga wird nach einem sehr guten Spiel von Jared Khasa ersetzt.

Es gibt weder Freistoss noch Penalty - sondern Eckball. Kololli zirkelt die Flanke auf Kramers Kopf, der kann aber den Ball erneut nicht aufs Tor bringen.

Bühne auf für Volketswil: Jan Bamert trifft Blaz Kramer an der Strafraumgrenze, der slowenische Stürmer bleibt liegen. Nun wird der Videoschiedsrichter konsultiert.

Stojilkovics Schuss wird zu einem Corner abgelenkt. Grgic tritt an, Brecher fängt den Ball sicher. Anstatt einen schnellen Gegenangriff zu lancieren entscheidet er sich, den nächsten Angriff geduldig von hinten aufzubauen. Zehn Minuten bleiben dem FC Zürich.

Die Schlussviertelstunde ist angebrochen - der FCZ braucht ein Tor. Der Match spielt sich aber vor allem im Mittelfeld ab. Torchancen kann sich das Heimteam nicht erspielen.

Kololli zeigt seine bessere Seite: Er führt den Eckball mit einem flachen Pass in den Sechzehner aus, der Schuss wird geblockt. Nach einer Flanke von Winter kommt Stürmer Kramer zum Kopfball, platziert ihn aber neben das Tor.

Publiziert heute um 20:30 Uhr
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