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«Hilflos gefühlt» - Erstmals spricht Valentin Stocker über seine Beurlaubung beim FC Basel

Der 32-jährige Captain des FC Basel redet über die turbulente Saison bei den Baslern, das Odermatt-Video, seine Beurlaubung und Neo-Besitzer David Degen.

Publiziert21. Mai 2021, 10:37

Der 32-jährige Captain des FC Basel redet über die turbulente Saison bei den Baslern, das Odermatt-Video, seine Beurlaubung und Neo-Besitzer David Degen.
von Erik Hasselberg
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Valentin Stocker: Der 32-Jährige war beim FC Basel kurzzeitig beurlaubt worden. 

Valentin Stocker: Der 32-Jährige war beim FC Basel kurzzeitig beurlaubt worden.

Urs Lindt/freshfocus
Über diese schwierige Episode spricht der FCB-Captain nun erstmals. 

Über diese schwierige Episode spricht der FCB-Captain nun erstmals.

Marc Schumacher/freshfocus
Er sagt, er habe sich hilflos gefühlt. 

Er sagt, er habe sich hilflos gefühlt.

freshfocus
  • Valentin Stocker blickt auf eine turbulente Saison beim FC Basel.

  • Im März war der Mittelfeldspieler unter dem damaligen Trainer Ciriaco Sforza beurlaubt worden.

  • In einem Interview spricht er erstmals über diese Zeit und sagt, wie hilflos er sich gefühlt habe.

Valentin Stockers bewegte Saison beim FC Basel hatte zuletzt doch noch ein versöhnliches Ende gefunden, entschuldigten sich der Club und Karli Odermatt öffentlich beim wieder eingesetzten FCB-Captain. Anfangs März war Stocker bei den Baslern zwischenzeitlich beurlaubt worden. In einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen (Bezahlschranke) spricht der 32-Jährige nun erstmals ausführlich über jene Zeit.

Der Mittelfeldspieler erzählt, wie Club-Legende Odermatt ihn nach dessen Äusserungen in der Öffentlichkeit, die gefilmt worden waren, kontaktiert und sich entschuldigt hatte. Das Video, das einen aufgebrachten Odermatt zeigte, wie er gegen Stocker schoss, hatte viel zur Unruhe im Verein beigetragen. «Ich hatte eigentlich immer das Gefühl, dass er mich gernhat. Ich glaube auch nicht, dass das künftig gross anders sein wird», sagt Degen. Dennoch sei er im ersten Moment, als er die Aufnahmen gesehen habe, «völlig fassungslos» und «irgendwie enttäuscht» gewesen.

Wunsch, den Club zu verlassen

Der Vorwurf, der bei Stocker im Raum stand: Er hätte vor dem Cup-Spiel gegen Winterthur Einfluss auf die Mannschaft geübt, zur Niederlage angestachelt, um einen Trainerwechsel zu forcieren. Das verneint der 32-Jährige doch klar. «Du kannst keinem sagen: Wir verlieren heute – du inklusive. Der eine will an die EM, der Nächste strebt einen Transfer an, der Übernächste eine Verlängerung. Da wäre so etwas völlig unmöglich.»

Nach der krachenden 2:6-Niederlage wurde Stocker vom damaligen Trainer Ciriaco Sforza beurlaubt. «Mir wurde im ersten Moment ja nicht mal mitgeteilt, warum ich beurlaubt wurde», sagt der Spieler heute. Er habe sich in jener Zeit viele Gedanken gemacht, wie es so weit gekommen war und habe versucht herauszufinden, was die Begründung sei. Und die, die er vom Verein erhielt, hätte keine derartige Massnahme gerechtfertigt: «Ich sei nicht mit dem richtigen Auto zum Training gekommen, und ich hatte zu diesem Zeitpunkt keine Mietwohnung in Basel.»

Hilflos habe er sich gefühlt. Und hätten sich die Besitzerverhältnisse nicht geändert, wäre es sein Wunsch gewesen, den Vertrag im Sommer aufzulösen. Etwas, das auch der FCB wollte, so Stocker. Unter der neuen Clubführung habe er das Gefühl, dass man auf ihn baue. «Das hat mir Trainer Patrick Rahmen unter vier Augen nochmal deutlich zu verstehen gegeben.» Rahmen war erst vor wenigen Tagen mit einem Vertrag als neuer Cheftrainer ausgestattet worden.

Dank an die Fans

Im Interview spricht Stocker noch davon, wie es ihn berührt habe, dass sich die Fans nach einer Beurlaubung auf dem Barfüsserplatz versammelt hatten. Und so war auch das Tragen der Muttenzerkurv-Binde am Tag des Besitzerwechsels ein Signal des Danks an die Fans. «Sie sollten sehen, dass ihre Aktionen nicht einfach an mir vorbeigegangen sind. Ich habe alles wahrgenommen und wollte meine Dankbarkeit ausdrücken.»

Zum neuen Club-Besitzer David Degen, den Stocker immer noch «Dave» nennt, sagt der 32-Jährige: «Ich habe ihn in vielen Situationen erlebt, in denen er mich immer wieder überrascht hat. Deswegen war mir jetzt auch klar, dass er ganz sicher die besten Leute um sich haben wird. Wenn er etwas anpackt, dann richtig. So funktioniert er einfach.» Unter Degen erlebe er eine Aufbruchsstimmung.

Wohin dieser Aufbruch den Club führt, ist bislang noch ungewiss. Am Freitagabend gastiert der Club im Tourbillon und kann mit einem Sieg gegen Sion den zweiten Tabellenplatz hinter Meister YB dingfest machen und eine turbulente Saison sportlich doch noch mehr oder weniger erfolgreich abschliessen.

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