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FC Aarau: Alles zum Gastspiel beim FC Wil

Zwei Mal führen die Gäste, zwei Mal gleicht das Heimteam aus: Aarau zeigt kämpferisch die geforderte Reaktion nach dem blassen Auftritt in Schaffhausen, resultatmässig wird das Team von Trainer Stephan Keller unter anderem wegen eines sehr umstrittene

Matchbericht

Ernüchterndes Resultat nach klarem Chancenplus: Aarau und Wil trennen sich 2:2

Zwei Mal führen die Gäste, zwei Mal gleicht das Heimteam aus: Aarau zeigt kämpferisch die geforderte Reaktion nach dem blassen Auftritt in Schaffhausen, resultatmässig wird das Team von Trainer Stephan Keller unter anderem wegen eines sehr umstrittenen Penaltys für die Wiler um den Lohn gebracht.

"Diesen Punkt nehmen wir gerne", freut sich Wil-Stürmer Silvio im Platzinterview direkt nach Schlusspfiff. Der Brasilianer hätte auch sagen können: "Ein sehr schmeichelhaftes Unentschieden aus unserer Sicht."

Bei der letztlich spielentscheidenden Szene ist Silvio mittendrin: Es läuft die 80. Minute, als er mit dem Ball am Fuss in den FCA-Strafraum drängt und es zum Zweikampf mit Leon Bergsma kommt. Der Holländer in Aarauer Diensten spitzelt den Ball weg, ehe Silvio zu Boden fällt - und Schiedsrichter Thies zum Entsetzen Bergsmas und seinen Teamkollegen auf den Penaltypunkt zeigt. Die TV-Bilder bestätigen den ersten Eindruck: Das war kein Penalty. Zu allem Übel kommt dazu: Vor dem Duell soll Silvio gemäss Bergsma den Ball mit der Hand mitgenommen haben.

Der Ärger beim Innenverteidiger ist riesig: "Wir haben hier in Wil die geforderte Reaktion in kämpferischer Hinsicht gezeigt, in Schaffhausen war das in dieser Hinsicht gar nichts. Wir hatten mehr Chancen als die Wiler. Schade, dass es dann so endet."

Telegramm

FC Wil – FC Aarau 2:2 (0:1)

Bergholz. – 760 Zuschauer. – SR: Thies. – Tore: 45. Njie (Rrudhani) 0:1. 63. Zumberi 1:1. 70. Spadanuda (Kronig) 1:2. 80. Fazliu 2:2 (Foulpenalty).

Wil: Keller; Dickenmann (57. Frei), Izmirlioglu, Sauter, Brahimi; Muntwiler; Bahloul (71. Reichmuth), Fazliu, Zumberi (71. Ndau), Lukembila; Silvio.

Aarau: Enzler; Thaler (51. Hasani), Bunjaku, Bergsma; Giger, Jäckle, Schneider (62. Balaj), Njie (89. Schwegler), Kronig; Spadanuda, (89. Almeida) Rrudhani.

Bemerkungen: Wil ohne Abazi (krank), Daniel, De Mol, Ismaili, Krunic, Malinowski (alle verletzt), Miranda und Rustemoski (beide nicht im Aufgebot). Aarau ohne Thiesson (verletzt), Aratore, Gouano, Qollaku und Senyurt (alle nicht im Aufgebot). – 16. Lattenschuss Schneider. – Verwarnungen: 55. Silvio, 80. Bergsma, 92. Muntwiler (alle Foulspiel).

Zu Beginn der Partie tasten sich die beiden Mannschaften ab bis zum ersten Aufreger nach einer Viertelstunde: FCA-Offensivspieler Randy Schneider trifft mit einem ansatzlosen Schuss von der Strafraumgrenze die Latte. Die Szene steht am Anfang eines wahren Chancenfestivals bis zur Halbzeitpause: Danach sieht Wils Dickenmann seinen Weitschuss knapp am Tor vorbeischrammen, ehe auf der anderen Seite Rrudhani und Spadanuda im Doppelpack scheitern. Das Pendel schlägt nun endgültig auf die Aarauer Seite aus - Spadanuda und Schneider vergeben weitere gute Möglichkeiten, scheitern aber am gut aufgelegten Wil-Schlussmann Marvin Keller.

In der 40. Minute werden die Aarauer zudem um einen Handspenalty gebracht - Sauter befördert den Ball im Strafraum deutlich mit dem Ellbogen weg aus der Gefahrenzone. Trotzdem fällt kurz dem Pausenpfiff das verdiente 1:0 für die Gäste nach einem Eckball durch Njie: Der Liberianer zieht aus gut 11 Metern volley ab und erzielt sein erstes Tor im FCA-Trikot.

Kurz nach der Pause ein erster Wermutstropfen für Aarau: Verteidiger Thaler muss mit einer Muskelverletzung runter, für ihn kommt Hasani. In der 63. Minute kann sich Wil für einmal vor den Gäste-Strafraum spielen und trifft prompt zum 1:1. Es ist Geburtstagskind Zumberi, der ungedeckt am Strafraum zum Schuss kommt und flach ins Eck trifft.

Stark danach die Reaktion der überlegenen Aarauer: Spadanuda wird von Kronig herrlich in die Tiefe geschickt. Der Topskorer schüttelt seinen Gegenspieler locker ab und schiebt überlegt ins weite Eck. 2:1 - wieder führt Aarau - reicht das nun zum Sieg? Nein: Es folgt besagte Penalty-Szene und der 2:2-Ausgleich für die Wiler.

Dank des Punktgewinns macht Aarau einen Zähler gut auf Leader Winterthur und kann mit einem Sieg im Direktduell am kommenden Freitag zu den Zürchern aufschliessen. Und das nur wenige Tage nach dem 0:2 in Schaffhausen, einem gefühlten Tiefpunkt der vergangenen Monate - schon verrückt. Grund sind die engen Punkteabstände in der Challenge League: Den Tabellenersten und den Neunten trennen gerade mal acht Zähler.

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