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"Kreislauf, Rücken, Magen": Ex-Verkehrsminister Günther Krause verlässt Dschungelcamp

Schon nach wenigen Stunden endet für den ehemaligen Spitzenpolitiker Günther Krause der Aufenthalt im Dschungelcamp. Das hätten Ärzte geraten, hieß es von RTL.

Überraschung im Dschungelcamp: Bereits kurz nach ihrem Start hat der frühere Bundesverkehrsminister Günther Krause die RTL-Show «Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" verlassen. Das verkündete Moderatorin Sonja Zietlow am Ende der ersten Folge am frühen Samstagmorgen.

Der CDU-Politiker aus Mecklenburg-Vorpommern habe gesundheitliche Probleme, hieß es ohne nähere Angaben. "RTL.de" berichtet, Krause habe sich nicht wohl gefühlt. Ärzte hätten ihn daraufhin eingehend untersucht. Es gehe ihm gut, dennoch habe man entschieden, dass er nicht mehr Teil der Sendung sein werde. Während der Sendung hatte Moderator Daniel Hartwich erklärt, Krause könne auf ärztliche Anraten hin an keiner Dschungelprüfung teilnehmen: Er habe "Kreislauf, Rücken, Magen".

Der 66-Jährige sorgte damit für eine Premiere und einen Rekord: Er ist der erste Politiker, der bei der Unterhaltungsshow mitgemacht hat und der Kandidat, der am schnellsten wieder ausgezogen ist. In der zweiten Staffel hatte Ex-Pornostar Dolly Buster das Camp nach gerade mal 48 Stunden verlassen.

Krause hatte 1990 als Chef-Unterhändler der DDR den deutsch-deutschen Einheitsvertrag unterschrieben und war später unter Helmut Kohl Bundesminister für besondere Aufgaben (1990-1991) und Verkehr (1991-1993). Er trat zurück, weil er unberechtigt Lohnkosten für seine Putzfrau vom Arbeitsamt kassiert hatte. Später war er als Unternehmer tätig.

Im Jahr 2018 verließ er ein von ihm bewohntes Haus an der Mecklenburgischen Seenplatte kurz vor der Zwangsräumung. Zuvor hatte ihn das Amtsgericht Potsdam zu einer Geldstrafe in Höhe von 5400 Euro verurteilt. In dem Prozess ging es um die Vorwürfe der Insolvenzverschleppung; seine Beratungsfirma IBP schuldet Gläubigern fast 900.000 Euro.

"Tanz auf dem Vulkan"

Vor Beginn der mittlerweile 14. Staffel der Sendung hatten Politiker und Internetnutzer Kritik vorgebracht. Die Debatte zeige, dass viele es geschmacklos fänden, das Dschungelcamp trotz verheerender Brände in Australien stattfinden zu lassen, teilte die CDU-Bundestagsabgeordnete Elisabeth Motschmann mit.

Zuvor hatte bereits der SPD-Bundestagspolitiker Karl Lauterbach an RTL appelliert, das Dschungelcamp dieses Jahr abzublasen. "Das Ganze erinnert an den Tanz auf dem Vulkan", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Etliche Australier fürchten um ihre Existenz, rund eine Milliarde Tiere sind laut Experten in den Feuern umgekommen. RTL hat angekündigt, mindestens 100.000 Euro zu spenden.

Icon: Der Spiegel
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