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Der Kandidaten-Check: Wer zieht ins Dschungelcamp?

Sie haben noch nie von Anastasiya Avilova oder Marco Cerullo gehört? Kein Problem. Hier erklärt Anja Rützel alles, was Sie über die Promis im Dschungelcamp wissen müssen - und wer die besten Chancen auf den Sieg hat.
Marco Cerullo
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Arya Shirazi/ TVNOW

Kennt man: Als erfolglosen „Bachelorette“-Buhler und geläuterten Schmuseschussel von „Bachelor in Paradise“

Dschungelprognose: Die Hauptstadt von Australien? „Cranberry!“ – womöglich haben wir es hier mit einem diplomierten Absolventen der Burdecki-Abendschule zu tun. Bei der „Bachelorette“ offenbarte Cerullo seine schrumpelige Weltsicht, als er auf die Frage nach seiner Traumfrau mit „optisch wie’n Model, Charakter von ner Dicken“ antwortete. Bei anderer Gelegenheit soll er unsachgemäß versucht haben, seine Bettpartnerin beim Sex zu filmen, um das Video an die „Bild“ zu verkaufen. Seine topdümmliche Ausrede: Er habe das Handy nur zur Hand genommen, weil ihm dabei langweilig gewesen sei. Seine Trademark-Trotteligkeit wird er sich wohl auch im Dschungel beibehalten – allerdings zeigte er bei „Bachelor in Paradise“ zuletzt rührseliges Läuterungspotenzial.

Fun Fact: In der RTL2-Serie „Krass Schule - die jungen Lehrer“ spielte er die Rolle des René Müller, der als Stripper (Staffel 1), Bademeister (Staffel 2), Aushilfshausmeister (Staffel 3), Fotomodel (Staffel 3) und Kantinenkraft (Staffel 3) arbeitete. Falls das Dschungelcamp ähnlich fade wird wie der Geschlechtsakt mit Cerullo, empfehlen die Plot-Zusammenfassungen bei Wikipedia dringend ein Bingewatching dieser offenbar sträflich unterschätzen Serie. Beste Stelle: „Nach einem Betriebspraktikum bei einem Bestatter nähern sich Leonard und Rosa an.“

Daniela Büchner
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Arya Shirazi/ TVNOW

Kennt man: Als Witwe von Jens Büchner aus „Goodbye Deutschland“.

Dschungelprognose: Ein heikler Fall. Nach eigener Aussage geht Büchner „für Jens“ in den Dschungel, der vor drei Jahren bei IBES mitmachte, und trägt ihn auch dort in einem Asche-Amulett um den Hals – das verleiht ihrem Campaufenthalt moralisch überzwirbelten Quest-Charakter. 

Fun Fact: Für einen Spaß ist sie trotzdem zu haben: Unter ein Semi-Nacktporträt bei Instagram schrieb sie den Kant-Spruch „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ – bestimmt bald auch als Wandtattoo im Fanshop ihres Mallorca-Cafés „Faneteria“ zu erwerben.

Elena Miras
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Kennt man: Als Zornzora aus dem „Sommerhaus der Stars“ und von „Love Island“.

Dschungelprognose: There will be blood, möglicherweise. Miras bestach bei ihren bisherigen TrashTV-Engagements als moderne Medusa und Kurzluntenkobra und bewies, dass man kein künstliches „Kasalla“-Branding braucht, um sachgerecht die Hölle zu entfachen. Nachdem sie zuletzt das „Sommerhaus der Stars“ hocherfolgreich mit der ihr eigenen Stampfdiplomatie beunfriedete, bleibt die einzige Frage, welchen ihrer Camper sie zuerst Mores lehren wird. Vielleicht spricht sie ja auch im Dschungel wieder ihr wunderbares Duzverbot aus dem „Sommerhaus“ aus: „Wenn Sie mit mir reden wollen, dann siezen Sie mich bitte. Ich bin Frau Miras!“ Es wäre ihr zu wünschen, sie dürfte sich mit diesem Furor bis auf den Thron zürnen – nach all den versofteten Weichpfotenregenten ist die Zeit ist reif für eine Herrscherin mit harter Hand.

Fun Fact: Ihr Wikipedia-Artikel wurde gerade wegen Irrelevanz zur Löschung vorgeschlagen. Lasst uns alle die Hände zum Himmel recken und es gemeinsam in die Welt rufen: Wo ist die Fairness geblieben, wo?

Anastasiya Avilova
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Kennt man: Als lockenden Ringel Fleischwurst aus „Temptation Island“ und von Promiflash-Videos wie „Wie steht Anastasiya Avilova zu Ennesto Montés neuem Penis?“

Dschungelprognose: Avilovas bisherige öffentliche Auftritte als Erotikmessen-Maskottchen und in Ausziehzeitungen waren derart überludert, dass sie von allen Campern das größte Potenzial für einen Personawechsel hat: Weg von der Sexbraten-Kunstfigur, hin zu Anastasiya. Allerdings steht in ihrer Instagram-Biografie „If u want a girl next door, go next door“, und die einzige Tür im Dschungelcamp führt ja ins Klo – womöglich ein schlechtes Omen.

Fun Fact: Nach eigenem Bekunden arbeitet sie gerade an einer eigenen Fitness-Kollektion, deren Kernkonzept sehr vielversprechend ist: „Meine Idee war es, eine Linie auf den Markt zu bringen, bei der man den Körper durch eine optische Täuschung trainierter aussehen lässt – schon bevor man etwas erreicht hat.“ 

Raúl Richter
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Kennt man: Aus „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (und, wenn man sehr viel Freizeit hat, als Zahnarzt Felix aus „Singles’ Diaries“).

Dschungelprognose: Alles, was spannender als eine Jörn-Schlönvoigt-Reprise ist, käme extrem überraschend.

Fun Fact: Zumindest qua Knutscherei kam Richter schon einmal mit echter, edlester Dschungelcamp-Royalty in Kontakt: Im vergangenen Jahr spielte er den Sohn des Bärenjägers und durfte dabei auch die Cowboybraut Tiffany O’Toole küssen – gespielt von Larissa Marolt.

Claudia Norberg
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Kennt man: Als Exfrau von Michael „Egal“ Wendler.

Dschungelprognose: Womöglich bleibt dieses Jahr das eigentlich obligatorische Amt der glückseligen Campmutter unbesetzt, und Norberg zeigt als Campmanagerin, was 29 Jahre privates und berufliches Zusammensein mit Michael Wendler aus einem Menschen machen können. Interessant wird vor allem, wie ambitioniert sie aus dem Schmähkästchen plaudern wird: Der Wendler hatte 2019 im „Sommerhaus“ vorgelegt und angedeutet, Norberg habe ihn während ihrer Ehe betrogen, nun könnte Norberg kontern – wahlweise mit den Wendler-Titeln „Sternzeichen Untreu“, „Das ist ja wohl ein Ding“, „Vollidiot“, „Wer’s glaubt, wird selig“, „Alles nur gelogen“ oder „Alarm Alarm“.

Fun Fact: Zu Norbergs Meet and Greet am Currywurst-Truck im neuen Wendler-Stammsitz Cape Coral, Sauss-West-Florida, kamen im vergangenen Jahr laut Facebook-Event fünf Menschen. Aber hey, elf waren interessiert.

Günther Krause
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Kennt man: Als Einigungsvertrags-Verhandler und Ex-Verkehrsminister.

Dschungelprognose: Einen absurderen Vorwand für die Dschungelteilnahme hörte man nie: „Ich will etwas gegen die Klima-Hysterie tun“, ließ Krause seine Camppläne verlauten. „Ich versuche mit jungen Leuten in die Diskussion zu kommen, ob es nicht Innovationen und neue Technologien gibt, mit denen wir unsere Welt wieder in Ordnung bringen können.“ Das ist natürlich Quatsch. In Wahrheit geht es ihm darum, mehr Instagram-Follower zu generieren, um nach seinem Camp seinen Spitznamen „Sause-Krause“ endlich in klingende Münze zu verwandeln: Mit dem Launch seiner Limo-Marke „Sause-Krause-Brause“.

Fun Fact: Krause ist ehrgeiziger Hobby-Orgelspieler.

Prince Damien
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Kennt man: Als DSDS-Gewinner von 2016 oder vom Nietenregal am Baumarkt.

Dschungelprognose: Da haben wir ihn doch schon, den ersten Teilnehmer für Krauses Klimawandel-Panel. Da Messiah Prince Sheridan Damien Ritzinger in seinem Hit „Glücksmoment“ so unbekümmert zu zielloser Vielfliegerei – auch innerdeutsch – aufruft („Ohne weshalb und warum, fliegen wir einfach rum“) tut ein bisschen Aufklärung bei ihm offenbar Not.

Fun Fact: Das schönste Fangeschenk, das er je bekam, war eine Kuscheldecke, auf der seine Echsen Rocko und Pietro aufgedruckt sind.

Sonja Kirchberger
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Kennt man: Als ausführlich bebuste Teichdurchschreiterin im Film „Die Venusfalle“ von 1988. 

Dschungelprognose: Sie ist in diesem Jahr die alleinige Hoffnung, in Sachen frecher Pareo-Mustertrends und -Knüpftechniken endlich mal wieder auf den neuesten Stand gebracht zu werden.

Fun Fact: Begeisterte Bewertungsportalnutzer bescheinigen ihrem Lokal „Petit Can Punta Port“ auf Mallorca, das Wiener Schnitzel und der Kartoffelsalat schmeckten dort fast so wie in Wien.

Toni Trips
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Kennt man: Nur, wenn man immer noch in dem legendären DSDS-Bus auf einem Kölner Industriegebiets-Parkplatz sitzt. Anfang 2019 schaffte sie es bei „Deutschland sucht den Superstar“ in den Recall, für die Shows reichte es nicht.

Dschungelprognose: „Seltsame Momente definieren mein Leben/ doch nun bin ich bei mir und strebe nach dem Segen“, singt sie in ihrer eilfertig noch vor dem Campeinzug zusammengeschusterten, extrem reimfaulen Single „Traum“. Vielleicht mal bei einer Kirche mit laxer Kleiderordnung anklopfen, es ist zweifelhaft, ob sie ihren Segen ausgerechnet im Dschungel finden wird.

Fun Fact: Das Spinnennetz-Tattoo auf ihren Brüsten hat sie in Anlehnung an ihr Vorbild Bonnie Rotten stechen lassen, ihre Lieblingspornodarstellerin.  

Sven Ottke
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Kennt man: Als Boxweltmeister.

Dschungelprognose: Wenn er nach seinen Ex-Sportler-Vorgängern im Camp kommt, wird er sich eher als lümmelintensives Liegengewicht hervortun. Andererseits dürfte ihn seine Teilnahmemotivation mehr motivieren: Ottke will seine Gage spenden, um damit eine Stiftung zu gründen, die Jugendliche „mit Anpassungsproblemen“ unterstützt.

Fun Fact: Die Waldjugend Windfus benannte die Zufahrtsstraße zu ihrem Vereinsheim nach Ottke, nachdem er sie besucht und mit ihnen einen Wacholderstrauch gepflanzt hatte. 

Markus Reinecke
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Kennt man aus: „Der Trödeltrupp“ und „Die Superhändler“.

Dschungelprognose: Möglicherweise schnürt der sogenannte „Trödelfuchs“ so gut vorbereitet durch den Dschungel wie kein anderer Camper: Reinecke liebt Funsportkram wie Snow-, Wake- und Waveboard, was bei einigen Dschungelprüfungen nützlich sein könnte. Er lebt in einem Wohnwagen am Waldrand von Bad Salzdetfurth, sodass ihn die frugale Lebensweise im Camp nicht weiter schocken dürfte. Und bei der Bundeswehr absolvierte er eine Sanitäterausbildung und nähte gar einem Kameraden einen appen Daumen wieder an.

Fun Fact: In seiner Antiquitäten- und Trödelhalle bietet er aktuell ein paar besonders schöne Stücke an: Einen Emaille-Aschenbecher, signiert von Ernst Hemingway, ausgelatschte Tanzschuhe des „Let’s Dance“-Schleifers Christian Polanc, einen bronzenen „Bravo-Otto“ von Eko Fresh aus dem Jahr 2006 sowie eine extrem gruselige Monchichi-Armee. Nur bitte Finger weg von dem Notenständer, signiert von den Jacob Sisters – der ist reserviert für… jemanden.

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