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Ein Kuchen ohne König? Am Dreikönigstag wäre dies das Schlimmste

«Königsmacher» Guido Kuhn spricht über den Dreikönigstag und verrät, wie man ganz einfach König wird.

Wo ist der König versteckt? Es wird vieles versucht, die kleine Figur im Dreikönigskuchen ausfindig zu machen. Das weiss der Bünzer Bäckermeister Guido Kuhn. «Der König muss deshalb sehr sorgfältig in eines der Randteile des Kuchens eingearbeitet werden. Man sollte nicht sehen können, wo er sich befindet».

Was auf gar keinen Fall passieren darf: ein Königskuchen ohne die kleine Kunststofffigur. «Das wäre das Schlimmste». Deshalb wird vor der Zusammenstellung auf jedes Mittelteil eine Königsfigur gelegt, damit sie ja nicht vergessen geht.

Eine Anweisung, wie man den König findet, ohne herzhaft zuzubeissen, hat auch Kuhn, für den die Zeit um den Tag der Heiligen Drei Könige (6. Januar) besonders streng ist, nicht. «Es gibt welche, die suchen mit einer feinen Nadel nach ihm», lacht Kuhn.

Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach: Es ist immer die zweite Wegge rechts, man muss den Dreikönigskuchen nur richtig vor sich hinlegen. Am beliebtesten sind übrigens die Sechs- und Achtteiler. «Selbstverständlich sind auch Spezialanfertigungen möglich, etwa für Schulen oder Altersheime.»

Bäcker Guido Kuhn findet den Brauch mit dem Dreikönigskuchen sehr schön, nicht nur, weil er ein gutes Geschäft ermöglicht. Es gefällt ihm, dass er und seine Kolleginnen und Kollegen einmal im Jahr richtige «Königsmacher» sein können.

Die Knetmaschinen in seiner Backstube arbeiten leise, Kuhn gibt dem Teig nach einer Weile Butter hinzu und erst ganz am Schluss die Sultaninen. Erst wenn der Teig «kurz» ist, sich also bis hauchdünn in die Länge und Breite ziehen lässt, ist der Bäcker zufrieden.

Jetzt muss der fertige Teig bis 50 Minuten ruhen, bevor er zum Dreikönigskuchen zusammengestellt wird. Erstaunlich, wie klein die Teiglinge für das Gebäck bei der Verarbeitung sind und wie gross und luftig sie aus dem heissen Ofen kommen.

«Die meisten Fehler, die Hobbybäckerinnen und -bäcker zu Hause beim Dreikönigskuchen machen, sind zu kurze Knetzeiten und/oder zu kurze Ruhezeiten vor der Verarbeitung», weiss der Fachmann. Ein königliches Gebäck braucht eben Hingabe und Musse, um spätere Kronenträgerinnen und -träger sowie alle anderen Mitgeniesser glücklich zu machen.

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