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Death Valley: Alexander Lofgren überlebte den Krieg, aber nicht die Wüste

Sie suchten das Abenteuer in der kalifornische Wüste. Doch aus dem Trip wurde ein dramatischer Überlebenskampf für das Paar Emily Henkel und Alexander Lofgren. Dabei waren die zwei erfahrene Camper. Er sogar ein US-Veteran.
  • Emily Henkel (27) und Alexander Lofgren (†32) wollten in der kalifornischen Wüste campen. Nun ist der 32-Jährige tot.

    INYO COUNTY SHERIFF’S OFFICE

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    Emily Henkel (27) und Alexander Lofgren (†32) wollten in der kalifornischen Wüste campen. Nun ist der 32-Jährige tot.

  • Die beiden wurden am 6. April vermisst gemeldet. Vier Tage kämpften sie in der Wüste ums Überleben.

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    Die beiden wurden am 6. April vermisst gemeldet. Vier Tage kämpften sie in der Wüste ums Überleben.

  • In ihrem Fahrzeug wurde ein dramatischer Hilferuf gefunden: «Zwei platte Reifen, unterwegs zum Mormon Point, haben Wasser für drei Tage.»

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    In ihrem Fahrzeug wurde ein dramatischer Hilferuf gefunden: «Zwei platte Reifen, unterwegs zum Mormon Point, haben Wasser für drei Tage.»

Es sollte ein besonderer Camping-Trip in die kalifornische Wüste Death Valley (deutsch: Tal des Todes) werden. Nichts Ungewöhnliches für das Paar Emily Henkel (27) und Alexander Lofgren (†32). Die Zwei hatten schon zuvor solche Touren gemacht, waren erfahren. Besonders der 32-Jährige liebte es, in abgelegenen Orten zu campen. Doch dieses Mal lief alles anders. Lofgren bezahlte seine Abenteuerlust mit dem Tod.

Nach einer Autopanne mit zwei platten Pneu mitten in der Wüste, stieg das Paar aus dem Wagen und machte sich zu Fuss auf. Mit Wasser für zirka drei Tage. Als die Einsatzkräfte das Paar schliesslich auf einem Felsvorsprung aufspüren konnten, waren bereits mehr als drei Tage vergangen.

Doch ihre Rettung verzögerte sich weiter. Ein Helikopter hatte vergeblich versucht, an den steilen Felsvorsprung zu gelangen. Unmöglich! Ein weiterer Tag verging. Stunden, in denen Alexander Lofgren bereits um sein Leben kämpfte. Dann gelang es den Rettungskräften endlich die Camper zu bergen. Emily Henkel überlebte die Wüsten-Tortur, für ihren Freund kam jede Hilfe zu spät.

«Er liebte es, anderen zu helfen»

Wie genau Alexander Lofgren ums Leben kam, ist noch nicht bekannt. Bekannt wird jetzt: Er kannte sich mit gefährlichen Situationen aus. Er war 2011 für das US-Militär nach Afghanistan geschickt worden. Dort wurde er als Kampfingenieur eingesetzt, war während der Einsätze für die technische Ausrüstung der Soldaten verantwortlich.

Nach seiner Rückkehr studierte er an der Arizona State University, machte seinen Bachelor-Abschluss in Politikwissenschaften und arbeitete anschliessend in einem Programm für verwundete Soldaten als Sachbearbeiter für den Republikaner Raúl M. Grijalva (73). «Alex liebte das Leben, seine Familie und er liebte es, anderen zu helfen», sagte der Kongressabgeordnete in einer Erklärung, wie die «Washington Post» berichtet. Worte könnten nicht beschreiben, welchen unermesslichen Verlust er im Herzen seiner Kollegen und seiner Familie hinterlassen würde.

Sie entschieden sich für den gefährlicheren Weg durch die Wüste

Das Paar war mit einem Geländewagen auf einer unbefestigten Strasse durch die Wüste unterwegs. Der National Park Service warnt sogar davor, dass der Pfad nicht überwacht wird und sich jede Menge Pflanzen und Geröll darauf befinden können.

Als Henkel und Lofgren eine Pneu-Panne hatten und sich zu Fuss aufmachten, hätten sie auch die gut 35 Kilometer zurück zur asphaltierten Strasse laufen können, von der sie ursprünglich kamen. Doch sie entschieden sich dagegen. Sie versuchten, zum Mormon Point zu wandern, der in der Nähe einer anderen, relativ gut befahrenen Strasse liegt. Das Problem: Der Weg ist zwar kürzer, aber auch gefährlicher. Er führt direkt durch einen Canyon. Das Gelände ist steil. Als die Retter sie fanden, waren sie zirka drei Kilometer von Mormon Point entfernt.

Die Tragödie bewegt die USA. Eine Spendenaktion wurde für die Familien der beiden Camper ins Leben gerufen. Damit sollen die Rechnungen für die Rettung, den Spital-Aufenthalt für Henkel und die Trauerfeier für Lofgren bezahlt werden. Inzwischen sind umgerechnet mehr als 35'000 Franken zusammengekommen. (jmh)

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