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Sturz-Drama um die Schweiz-Haitianerin Marti

Sie wurde in Haiti geboren, wuchs aber in der Schweiz auf: Céline Marti (41). Bei ihrer dritten WM verletzt sie sich schon vor dem Rennen. Die Folge? Der letzte Platz.
  • Sven Thomann

    Das darf doch nicht wahr sein! Die «Schweizerin» Céline Marti stürzt bei der Besichtigung und hat grosse Schmerzen.

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    Das darf doch nicht wahr sein! Die «Schweizerin» Céline Marti stürzt bei der Besichtigung und hat grosse Schmerzen.

  • Sven Thomann

    Sie ist die einzige Frau aus Haiti am Start. Das Handicap wiegt schwer, Marti verliert mehr als eine Minute und wird Letzte.

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    Sie ist die einzige Frau aus Haiti am Start. Das Handicap wiegt schwer, Marti verliert mehr als eine Minute und wird Letzte.

  • Sven Thomann

    Martis Tochter (Mitte) feuert ihr Mami an.

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    Martis Tochter (Mitte) feuert ihr Mami an.

  • Sven Thomann

    Marti ist im «normalen» Leben Polizistin, sie wohnt in Genf. Und sie träumt von der Ski-WM 2027.

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    Marti ist im «normalen» Leben Polizistin, sie wohnt in Genf. Und sie träumt von der Ski-WM 2027.

Es sind oft die kleinen Geschichten am Rande, die eine WM speziell machen. Céline Marti (41) schreibt eine solche Geschichte – aber eine schmerzhafte! Die in Genf aufgewachsene Haitianerin – sie wurde mit 7 Monaten von Schweizer Eltern adoptiert – stürzt schon bei der Besichtigung.

«Etwas abseits der Ideallinie hatte es einen kleinen Schneehaufen. Da bin ich reingerutscht, es riss mir die Beine auseinander – ich habe sofort gemerkt, dass etwas nicht mehr stimmt.» Marti saust mehr als 30 Meter weit auf der spiegelglatten Piste herab, ehe sie endlich zum Stillstand kommt.

Die Betreuer sind sofort bei ihr, wollen sie ins Spital bringen. Doch Marti weigert sich. «Ich bin hier an meiner dritten Ski-WM. Ich habe hart trainiert und meine 12-jährige Tochter ist auch angereist, um mich anzufeuern. Da kann ich doch nicht kneifen!»

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Mehr als eine Minute hinter Shiffrin

Das tut Marti auch nicht. Sie startet mit der Nummer 98 und wird Letzte (Rang 70) – so wie schon in St. Moritz 2017 und Are 2019. Eine Minute und drei Sekunden länger als die Halbzeitführende Mikaela Shiffrin (USA) braucht sie insgesamt.

Besonders bitter: Marti hätte nur acht Sekunden schneller fahren müssen und sie hätte sich die Inderin Aachal Thakur geschnappt. «Das wäre schön gewesen, aber ich konnte das Bein nicht belasten, der Schmerz war zu gross», erzählt sie. Auch die Knieschiene, die ihr ein Betreuer ausleiht, hilft letztlich wenig.

2027 mit der Tochter an der «Heim-WM» am Start?

Und so humpelt Marti («Ich trage Haiti und die Schweiz im Herzen») nach dem Rennen durch den Zielraum. Geduldig gibt sie Interviews, obwohl ihr die Schmerzen ins Gesicht geschrieben sind. Bleibt die Frage: Wird sie bei der WM 2023 in Courchevel auch am Start stehen?

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«Ich hoffe es. Sollte Crans-Montana die Zusage für 2027 erhalten, halte ich auch bis dann durch. Ich wäre dann 47 Jahre alt und meine Tochter 18 – vielleicht können wir gemeinsam an den Start gehen. Das wäre der perfekte Abschluss meiner Ski-Karriere.»

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Publiziert: 18.02.2021, 17:55 Uhr
Zuletzt aktualisiert: 18.02.2021, 18:23 Uhr
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