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Iran - Boeing 737 mit mindestens 170 Menschen an Bord stürzt bei Teheran ab

Im Iran ist bei Teheran eine Boeing 737 mit mehr als 170 Passagieren abgestürzt. Technische Probleme sollen zu dem Absturz geführt haben.

Beim Absturz einer Passagiermaschine in Iran sind alle Passagiere und Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Nach Angaben verschiedener ukrainischer Regierungsvertreter und iranischer Rettungskräfte waren 176 Menschen an Bord. Unter den Toten sind laut dem ukrainischen Außenminister Wadim Pristaiko auch drei Deutsche; die meisten Verstorbenen waren iranische und kanadische Staatsbürger.

Das Linienflugzeug war auf dem Weg nach Kiew und hätte gegen acht Uhr Ortszeit dort landen sollen. Die Maschine mit der Flugnummer PS752 stürzte kurz nach dem Abflug auf ein offenes Feld nahe dem Teheraner Vorort Parand. Der ukrainischen Botschaft in Iran zufolge war der Grund für den Absturz ein Triebwerksdefekt der Boeing , wie die Agentur Reuters meldet. Der Botschaft zufolge sei "Terrorismus" nicht die Ursache des Absturzes. Auch iranische Medien sprechen von einer technischen Ursache für das Unglück und zitieren dabei unter anderem Irans Luftfahrtbehörde. Die Maschine sei in Brand geraten, sagte der Chef der Rettungskräfte im Fernsehen.

We are aware of the media reports out of Iran and we are gathering more information.

— The Boeing Company (@Boeing) 8. Januar 2020

"Uns sind die Medienberichte aus Iran bekannt und wir tragen gerade mehr Informationen zusammen", twitterte Boeing am Mittwoch.

Bei der abgestürzten Maschine handelt es sich nach Einschätzung eines Experten um einen relativ neuen zweistrahligen Jet vom Typ Boeing . "Die Maschine wurde 2016 ausgeliefert, war also noch relativ neu und hatte auch keine anderen Vorbesitzer", erklärte Unfallforscher Jan-Arwed Richter vom Hamburger JACDEC-Flugsicherheitsbüro der Deutschen Presse-Agentur.

Das Modell wird für Kurz- oder Mittelstreckenflüge genutzt. Tausende der Maschinen werden von Airlines in der ganzen Welt eingesetzt. Es ist eine der modernsten Versionen des bewährten Flugzeugtyps - ist allerdings nicht zu verwechseln mit der Boeing 737 Max, die nach zwei folgenschweren Abstürzen mit weltweiten Flugverboten belegt wurde.

In Kiew ist ein Krisenstab einberufen worden. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij zeigte sich erschüttert. "Schreckliche Nachrichten aus dem Nahen Osten", schrieb er am Mittwochmorgen bei Facebook. "Mein aufrichtiges Beileid an die Familien und Freunde aller Passagiere und Besatzungsmitglieder." Nach Angaben Selenskijs will die ukrainische Botschaft in Iran nun alle Informationen über die Umstände "der Tragödie" zusammentragen. "Ich bitte alle sehr, von Spekulationen und der Verbreitung ungeprüfter Versionen zur Katastrophe bis zur Veröffentlichung offizieller Informationen Abstand zu nehmen", schrieb er am Mittwoch bei Facebook. Die Namen der Toten würden nun aufgelistet. Der 41-Jährige brach nach dem Unglück seinen Aufenthalt in Oman auf der Arabischen Halbinsel ab.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat allen Menschen, die Angehörige bei dem Absturz verloren haben, ihr "tiefstes Beileid" ausgesprochen. Es sei jetzt die Aufgabe von Flugsicherheitsfachleuten, die Ursachen des Absturzes zu untersuchen und so Antworten zu der schrecklichen Tragödie zu geben.

Die Region steht aktuell wegen wachsender Spannungen zwischen den USA und Iran im internationalen Fokus. Bislang gibt es aber keinen Hinweis auf einen Zusammenhang des Absturzes mit der militärischen Eskalation des Konflikts zwischen Iran und den USA. Wenige Stunden zuvor hatte es einen iranischen Vergeltungsangriff auf US-Stützpunkte im Irak gegeben. Kurz nach den iranischen Raketenangriffen hatte die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA US-Flugzeugen die Nutzung des Luftraums in Teilen des Nahen Ostens untersagt. Über dem Persischen Golf, dem Golf von Oman, im Irak und in Iran dürften in den USA registrierte Flugzeuge "wegen erhöhter militärischer Aktivitäten und steigender politischer Spannungen" nicht mehr operieren. Es gebe ein erhöhtes Risiko, dass ein Flugobjekt falsch identifiziert werde.

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