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Flugzeugabsturz Iran: Video zeigt Boeing-Absturz - Lufthansa reagiert

Eine ukrainische Boeing 737 ist am Mittwochmorgen über dem Iran abgestürzt. Alle Insassen sind tot, auch Deutsche. Der Fall wird zum Rätsel. Schauen Sie sich hier das Video vom Absturz an.
aktualisiert

Boeing 737

Absturz im Iran – Lufthansa will Teheran wieder anfliegen

Ein Passagierflugzeug der Ukraine International ist im Iran abgestürzt. Unter den Toten sind laut ukrainischen Behörden auch Deutsche.

08.01.2020, 15:13

Flugzeugabsturz im Iran

Wrackteile der ukrainischen Boeing 737 liegen auf einem Feld bei Teheran. Rettungskräfte sind vor Ort, konnten aber nicht mehr helfen. Alle Insassen sind tot.

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  • Flugzeugabsturz im Iran: Eine Boeing 737 der Ukraine International Airlines ist bei Teheran abgestürzt
  • Alle Passagiere und Crew-Mitglieder sind tot – auch drei Deutsche sind unter den Opfern
  • Handybilder zeigen den Flugzeugabsturz
  • Die Lufthansa will Teheran am Donnerstag wieder anfliegen
  • Zuvor hatte der Iran US-Militär mit Raketen beschossen – gibt es einen Zusammenhang?
  • Der Fall weckt Erinnerungen an den Abschuss der malaysischen Passagiermaschine MH17 2014 über der Ostukraine

Bei dem Flugzeugabsturz im Iran sind auch drei Deutsche ums Leben gekommen, wie das ukrainische Außenministerium mitteilte. Die ukrainische Regierung bestätigte den Tod aller Insassen. Das Flugzeug war am Morgen kurz nach dem Start in Teheran abgestürzt, offenbar alle 176 Menschen an Bord kamen ums Leben. Wie viele Menschen genau an Bord waren, ist auch Stunden nach dem Vorfall nicht völlig klar.

Die Lufthansa will ihre Flüge in die iranische Hauptstadt Teheran an diesem Donnerstag unterdessen wieder aufnehmen. Der Anflug auf die Stadt sei sicher, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Mittwoch in Frankfurt. Den entsprechenden Flug am Mittwoch hatte die Fluggesellschaft nach den iranischen Raketenangriffen auf Militärstützpunkte im Irak vorsorglich gestrichen.

Den Luftraum der beiden Länder will die Lufthansa aber bis auf den Teheran-Flug weiterhin meiden. „Wir überfliegen derzeit weder Iran noch Irak“, sagte der Sprecher. Ihm zufolge muss die Kernmarke Lufthansa dafür etwa eine Handvoll Flüge pro Tag umplanen. Dies betreffe Verbindungen nach Indien. Die Verspätungen hielten sich nach bisheriger Einschätzung in engen Grenzen.

Absturz von Boeing 737 im Iran – Bundesregierung will genaue Untersuchung

Die Bundesregierung setzt auf eine Aufklärung der Ursachen für den Flugzeugabsturz im Iran. Eigene Erkenntnisse dazu habe man aktuell nicht, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin.

Nötig sei eine genaue Untersuchung durch die iranischen Stellen, diese sei nun abzuwarten. Die Bundesregierung gehe davon aus, dass auch der Iran größtes Interesse daran habe, die Ursache so rasch wie möglich und vollumfänglich zu ermitteln.

Der Absturz der Boeing 737 hatte Spekulationen ausgelöst, weil er in enger zeitlicher Nähe zu iranischen Luftangriffen auf internationale Militärstützpunkte in Irak erfolgte. Der Vorfall fällt in die politisch angespannte Lage in dem Land. In den vergangenen Tagen hat sich der Konflikt des Irans mit den USA dramatisch zugespitzt. Ob es einen Zusammenhang gibt, ist unklar.

Trümmerteile der ukrainischen Passagiermaschine liegen am Absturzort.Foto: Mahmoud Hosseini / dpa

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte nach dem Flugzeugabsturz vor der „Verbreitung unbestätigter Theorien“ über die Absturzursache. „Nach vorläufigen Angaben sind alle Passagiere und Besatzungsmitglieder tot“, schrieb Selenskyj auf Facebook.

Flugzeugabsturz Boeing 737 im Iran: Alle Insassen tot

Die Ukraine kündigte eigene Ermittlungen an. „Ich habe den Generalstaatsanwalt angewiesen, ein Strafverfahren zu eröffnen“, sagte Selenskyj weiter. Die Kommission, die den Absturz untersuchen soll, wird demnach aus Vertretern der staatlichen Ermittlungsbehörden und den Experten für zivile Luftfahrt bestehen. „Wir müssen allen möglichen Versionen nachgehen“, sagte Selenskyj.

Der Fluggesellschaft Ukraine International zufolge war die Maschine vom Typ Boeing 737 wenige Jahre alt. Das Flugzeug des Baujahres 2016 sei direkt beim Hersteller erworben worden. Die Maschine habe erst am Montag die reguläre technische Überprüfung durchlaufen.

Nach Angaben des ukrainischen Außenministers stammten die Opfer aus sieben verschiedenen Ländern. 82 seien Iraner gewesen, 63 stammten aus Kanada. Unter den Opfern seien auch Briten, Schweden, Ukrainer und Afghanen. Die Behörden in Kiew kündigten an, die Passagierliste zu veröffentlichen.

Iran: Karte zeigt Luftlinie

Eine Google-Maps-Karte zeigt, wie weit Kiew und Teheran voneinander entfernt liegen.

Selenskyj zeigte sich tief erschüttert: „Mein aufrichtiges Beileid an die Familien und Freunde aller Passagiere und Besatzungsmitglieder“, schrieb er.

Alle Informationen zu den Umständen „der Tragödie“ würden nun zusammengetragen. Die Namen der Toten würden aufgelistet. Der 41-Jährige brach nach dem Unglück seinen Aufenthalt im Oman auf der arabischen Halbinsel ab und rief einen Krisenstab ein.

Rettungskräfte arbeiten inmitten der Wrackteile der Ukraine-International-Airlines-Boeing.Foto: - / AFP
Iran: Boeing 737 abgestürzt – US-Hersteller reagiert auf Twitter

Russischen Medien zufolge war die Maschine der Ukraine International Airlines auf dem Weg von Teheran nach Kiew und stürzte kurz nach dem Abflug ab. Als Ursache nannte die iranische Luftfahrtbehörde laut Chabar einen technischen Defekt. Wie plausibel diese Schlussfolgerung so kurz nach dem Absturz ist, blieb allerdings zunächst offen.

Der US-amerikanische Hersteller Boeing twitterte am Mittwoch: „Uns sind die Medienberichte aus dem Iran bekannt und wir tragen gerade mehr Informationen zusammen.“

Der russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow warnte davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. Es sollten die Ermittlungen abgewartet werden, schrieb er am Mittwochmorgen bei Facebook. Nur die könnten klären, ob zum Beispiel ein Pilotenfehler, eine technische Störung oder ein Angriff für den Absturz verantwortlich seien.

Flugzeugabsturz: Maschine stürzte in Feld

Der Fall weckt Erinnerungen an Flug MH17. 2014 wurde ein Flugzeug von Malaysia Airlines von einer Buk-Rakete über der Ostukraine abgeschossen. Ermittlungen zufolge stammte die Rakete vom russischen Militär.

Damals wurden 298 Menschen unter bis heute nicht völlig geklärten Umständen durch eine Luftabwehrrakete plötzlich in den Tod gerissen.

Die ukrainische Botschaft in Teheran erklärte, ein „Terrorakt“ könne nach ersten Erkenntnissen ausgeschlossen werden. Ein Sprecher des internationalen Flughafens in Teheran hatte erklärt, mutmaßlich „technische Schwierigkeiten“ hätten zu dem Absturz geführt.

Die um kurz nach 05.00 Uhr Ortszeit gestartete Maschine mit der Flugnummer PS752 stürzte ersten Erkenntnissen zufolge in ein offenes Feld nahe dem Teheraner Vorort Parand. Das Flugzeug hätte gegen 08.00 Uhr Ortszeit in der ukrainischen Hauptstadt Kiew landen sollen.

Iran: Flugverbot für US-Flugzeuge wegen Verwechslungsgefahr

Kurz nach den iranischen Raketenangriffen auf Militärstützpunkte im Irak hatte die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA US-Flugzeugen die Nutzung des Luftraums in Teilen des Nahen Ostens untersagt.

Männer stehen neben Trümmern nach einem Flugzeugabsturz am Rande von Teheran.Foto: Mohammad Nasiri / dpa

Über dem Persischen Golf, dem Golf vom Oman, im Irak und im Iran dürften in den USA registrierte Flugzeuge „wegen erhöhter militärischer Aktivitäten und steigender politischer Spannungen“ nicht mehr operieren, hieß es in einer Mitteilung am Dienstag (Ortszeit). Es gebe ein erhöhtes Risiko, das ein Flugobjekt falsch identifiziert werde.

Ob ein Zusammenhang des Absturzes der ukrainischen Maschine mit der militärischen Eskalation des Konflikts zwischen dem Iran und den USA besteht, war zunächst völlig unklar. Wenige Stunden zuvor hatte es einen iranischen Vergeltungsangriff auf US-Soldaten im Irak gegeben, eine Reaktion von US-Präsident Donald Trump steht noch aus.

Raketenangriffe als Revanche für Tötung von iranischem General Soleimani

Die vom US-Verteidigungsministerium bestätigten Attacken auf die amerikanisch genutzten Militärstützpunkte Ain al-Assad im Zentrum des Iraks und eine Basis in der nördlichen Stadt Erbil in der Nacht zum Mittwoch gelten als Revanche für die Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani durch einen US-Luftschlag.

Der Iran und die USA hatten sich seit Tagen mit martialischen Drohungen überzogen. So drohte Trump etwa mit Angriffen auf 52 iranische Ziele. Eine Eskalation wird dadurch nicht unwahrscheinlicher:Warum der Konflikt zwischen dem Iran und den USA so brandgefährlich ist. Das deutsche Verteidigungsministerium reagierte bereits: Bundeswehr und Nato zogen wegen der Spannungen im Nahen Osten bereits Soldaten aus dem Irak ab.

(dpa/afp/cho/les)

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