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Boeing 737-Absturz bei Teheran - Alle an Bord der im Iran abgestürzten Maschine sind tot

Die ukrainische Regierung spricht von einem Triebwerksschaden, die Airline will sich zur Ursache noch nicht äussern.
  • Eine ukrainische Passagiermaschine ist in der Nähe des Teheraner Imam-Chomeini-Flughafens abgestürzt.
  • Ukrainischen Angaben zu Folge waren 167 Passagiere und 9 Crew-Mitglieder an Bord der Boeing 737.
  • Der Absturz ist nach ukrainischen Angaben auf einen Triebwerksdefekt und nicht auf einen Angriff zurückzuführen.
  • Trotzdem streicht die Fluggesellschaft Ukraine International Airlines (UIA) bis auf Weiteres alle Flüge nach Teheran, wie Reuters berichtet.

Zum Vorwurf, dass das Flugzeug einem Angriff zum Opfer fiel, wollte sich die Airline nicht äussern. Sie betonte aber, dass das Flugzeug sicher und die Piloten sehr erfahren gewesen seien.

BBC-Iran-Korrespondent Ali Hashem hat auf Twitter ein Video veröffentlicht, das das brennende Flugzeug in der Luft sowie den Absturz zeigen soll.

Ob das Video tatsächlich das abstürzende Flugzeug zeigt, ist zur Zeit noch unklar

#Breaking First footage of the Ukrainian airplane while on fire falling near #Tehranpic.twitter.com/kGxnBb7f1q

— Ali Hashem علي هاشم (@alihashem_tv) January 8, 2020

Die Boeing 737 sei in Brand geraten, bestätigte der Chef der Rettungskräfte im iranischen Staatsfernsehen. Medien zufolge war die Maschine der Airline Mau (Ukraine International Airlines) auf dem Weg von Teheran nach Kiew und stürzte kurz nach dem Abflug ab.

Auch Lufthansa streicht Flug nach Teheran

Die Swiss-Mutter Lufthansa hat den einen für Mittwoch geplanten Flug von Frankfurt in die iranische Hauptstadt Teheran gestrichen. Dies sei «vorsorglich» wegen der derzeitigen Lage in der Region geschehen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Noch keine Entscheidung gebe es zu möglichen Änderungen von Flugrouten im Nahen Osten.

Swiss bietet den Flug über Frankfurt nach Teheran in Zusammenarbeit mit Lufthansa an.

Das iranische Staatsfernsehen machte technische Probleme als Ursache für den Absturz verantwortlich, ohne genauer darauf einzugehen. Die Ukraine spricht von einem Triebwerksdefekt. Wie die Fluggesellschaft sagt, wurde die Unglücksmaschine zuletzt am 6. Januar gewartet. Nun wolle man alles möglich tun, um die Absturzursache zu finden.

Flughafen Teheran
SRF
Schreckliche Nachrichten

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat sich nach dem Absturz tief erschüttert gezeigt. «Schreckliche Nachrichten aus dem Nahen Osten», schrieb er auf Facebook. Niemand habe das Unglück überlebt.

«Mein aufrichtiges Beileid an die Familien und Freunde aller Passagiere und Besatzungsmitglieder.» Nach Angaben des Staatsoberhauptes will die ukrainische Botschaft im Iran nun alle Informationen übe die Umstände «der Tragödie» zusammentragen. Die Namen der Toten würden nun aufgelistet, schrieb Selenski. Das Unglück soll strafrechtlich untersucht werden. Weiter sollen alle Flugzeuge der Fluggesellschaft überprüft werden.

Selenski warnt vor Spekulationen: «Ich bitte alle sehr, von Spekulationen und der Verbreitung ungeprüfter Versionen zur Katastrophe bis zur Veröffentlichung offizieller Informationen Abstand zu nehmen», schrieb er auf Facebook.

Die Opfer stammen aus sieben Ländern

Beim Absturz sind nach Angaben des ukrainischen Aussenministeriums 82 Iraner und 63 Kanadier ums Leben gekommen. Wie das Ministerium bekannt gab, befanden sich ferner elf Menschen aus der Ukraine, zehn aus Schweden, vier aus Afghanistan und je drei aus Deutschland und Grossbritannien an Bord der Maschine.

Die Fluggesellschaft Ukraine International Airlines bestätigte, insgesamt seien 167 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder in dem Flugzeug gewesen. Nach offiziellen ukrainischen Angaben gab es keine Überlebenden.

00:28
Diese Bilder zeigen den Absturzort kurz nach dem Unglück
Aus News-Clip vom 08.01.2020.
Falsche Identifikation möglich

Kurz nach den iranischen Raketenangriffen auf Militärstützpunkte im Irak hatte die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA US-Flugzeugen die Nutzung des Luftraums in Teilen des Nahen Ostens untersagt.

Über dem Persischen Golf, dem Golf vom Oman, im Irak und im Iran dürften in den USA registrierte Flugzeuge «wegen erhöhter militärischer Aktivitäten und steigender politischer Spannungen» nicht mehr operieren, hiess es in einer Mitteilung. Es gebe ein erhöhtes Risiko, das ein Flugobjekt falsch identifiziert werde.

Ob ein Zusammenhang des Absturzes der ukrainischen Maschine mit der militärischen Eskalation des Konflikts zwischen dem Iran und den USA besteht, ist völlig unklar.

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    08.01.2020 Mit Video
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