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Atlético gegen Real im Finale bei Supercopa: Madrider Derby in 5000 Kilometern Entfernung

Atlético Madrid darf nach dem Halbfinal-Sieg gegen den FC Barcelona auf den Triumph in der neuen spanischen Supercopa hoffen. Im Endspiel in Saudi-Arabien wartet der Lokalrivale.

Der gerade eingewechselte Koke brachte Atlético nach einer torlosen Halbzeit in der 46. Minute in Führung. Den Ausgleich für den spanischen Meister aus Barcelona schoss Lionel Messi (51.). Ein weiterer Treffer des Argentiniers wurde anschließend nach Intervention des Videoschiedsrichters nicht gegeben. Das zweite Tor erzielte kurz danach Antoine Griezmann (62.). Die Schlussphase war packend: Atlético drehte das Spiel und gewann dank der Treffer von Álvaro Morata (81.) und Ángel Correa (86.).

Laut Angaben der Veranstalter war die für 62.000 Zuschauer ausgelegte Arena ausverkauft. Es sollen jedoch weniger als 500 Fans aus Spanien vor Ort gewesen sein. Grund dafür sollen vor allem die hohen Reisekosten gewesen sein, Dschidda liegt von Madrid etwa 5000 Kilometer Luftlinie und sechs Flugstunden entfernt.

Supercopa in Saudi-Arabien in der Kritik

Das Land wird bis 2022 Austragungsort des Pokals sein. Der spanische Verband erhält dafür insgesamt 120 Millionen Euro. Laut Luis Rubiales, Chef des spanischen Verbandes RFEF, sollen mit einem Teil der Einnahmen der spanische Fußball der Frauen sowie die Amateurligen der Männer gefördert werden. Konkrete Zahlen nannte Rubiales jedoch nicht.

Die Vergabe der Supercopa nach Saudi-Arabien wurde bereits vor Turnierstart kritisch bewertet. Saudi-Arabien wird international unter anderem von "Amnesty International" und "Human Rights Watch" für die Situation der Menschenrechte im Land kritisiert. Amnesty kritisiert etwa den Krieg im Jemen, die Verfolgung von Menschenrechtsverteidigern, Bloggern, Journalisten, Reformern und Universitätsprofessoren. 

Bei der Vergabe ließ sich der spanische Verband vertraglich zusichern, dass Frauen zu den Spielen kostenlos Eintritt in die Stadien erhalten. In der Vergangenheit hatte Saudi-Arabien das Stadionverbot für Frauen zwar gelockert. Der europäische Fußballverband Uefa führt Saudi-Arabien aber bis heute als Land, in dem Frauen keinen freien Zugang ins Stadion erhalten.

Der spanische Supercup-Sieger wird erstmals im Final-Four-Modus ausgespielt. Bisher wurde der Titelträger im Duell zwischen dem Meister der Primera División und dem spanischen Pokalsieger ermittelt. Im Vorjahr hatte Valencia den Pokal gewonnen, Barcelona die Meisterschaft.

Icon: Der Spiegel
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