Baschar al-Assad: Das Geschäft mit Captagon
Publiziert11. Dezember 2024, 11:03
Syrien: Assads Drogen-Schatz: Rebellen verbrennen riesige Captagon-Vorräte
Das Assad-Regime finanzierte sich unter anderem mit dem Verkauf von Drogen. Dazu gehört die billig produzierte Aufputschdroge Captagon. Die Rebellen verbrennen derweil riesige Vorräte.
Darum gehts
Das Assad-Regime hat wohl die arabische Welt und auch Europa mit Captagon überschwemmt.
Die Billigdroge ist ein Aufputschmittel.
Rebellen verbrennen derweil die Drogenvorräte.
Der Handel mit der Billigdroge Captagon brachte dem Assad-Regime Unmengen an Geld ein. Das in Syrien produzierte Aufputschmittel wurde laut der «Bild» im gesamten arabischen Raum und auch in Europa verbreitet. Vor rund vier Jahren beschlagnahmten die italienischen Behörden in Neapel 14 Tonnen Captagon.
«Finanzielle Lebensader» für Assad-Regime
Im vergangenen Jahr schätzte die britische Regierung den weltweiten Handel mit der Aufputschdroge auf fast 55 Milliarden Euro – 80 Prozent davon wurden demnach in Syrien hergestellt. Dies soll unter der Aufsicht von Baschar al-Assads Bruder Maher geschehen sein. Laut der deutschen Zeitung soll die Drogenproduktion und der Verkauf die «finanzielle Lebensader» für das Assad-Regime gewesen sein.
Im Jahr 2023 verhängte das US-Aussenministerium Sanktionen gegen zentrale Akteure der Captagon-Industrie, darunter zwei Cousins von Diktator Assad sowie Mitglieder der Hisbollah, die am Drogenschmuggel beteiligt waren.
Das ist die Droge Captagon
Captagon wurde ab 1961 vom deutschen Pharmaunternehmen Degussa als Medikament zur Behandlung von Narkolepsie und des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms (ADHS) auf den Markt gebracht. Der Markenname steht für den synthetischen Wirkstoff Fenetyllin, der zur Gruppe der sogenannten Weckamine gehört.
Bereits nach kurzer Zeit fand die Pille auch ausserhalb des medizinischen Bereichs Anwendung, insbesondere als Aufputschmittel und Partydroge. Im Jahr 1986 stufte das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) Fenetyllin erstmals als gefährliche Substanz mit hohem Suchtpotenzial ein.
Quelle: TAZ und Prevention.ch
Das tatsächliche Ausmass der Captagon-Industrie in Syrien könnte in den kommenden Tagen deutlicher werden, sobald die von Rebellen übernommenen Produktionsstätten und Vertriebswege stillgelegt werden.
Captagon weniger verpönt als andere Drogen
Captagon ist in der arabischen Welt sehr beliebt. Die Droge ist zwar verboten, im Islam jedoch nicht so verpönt wie andere Drogen wie etwa Alkohol, Cannabis oder Kokain, wie die TAZ schreibt. Caroline Rose, die beim New Lines Institute das Projekt zum Captagon-Handel leitet, sagt: «Eine wichtige Rolle spielt dabei, dass die Droge die Leistungsfähigkeit steigern kann, etwa bei der Vorbereitung auf Prüfungen.»
Bereits im vergangenen Jahr berichteten mehrere Medien über die Produktion von Captagon in Syrien. So schrieb die TAZ im Juli 2023: «Es gibt Hinweise darauf, dass Maher al-Assad, der Bruder des Präsidenten und De-facto-Chef der Eliteeinheit ‹4. Division›, eine Schlüsselrolle im Captagon-Handel einnimmt.»
Laut Rose überwacht die 4. Division zahlreiche Industrieanlagen zur Herstellung von Captagon, die überwiegend in Gebieten unter Kontrolle des Regimes liegen. Darüber hinaus habe die Einheit ihre Präsenz entlang der südlichen Grenzen zu Jordanien und zum Libanon deutlich ausgebaut.
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